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Meinung: Fall nach Aufstieg unausweichlich? Nein!

Ist der Untergang nach einem Aufstieg unausweichlich? Nein! meint der Autor eines Kulturpessimismus-kritischen Artikels, der in einem innovativen Wirtschaftsmagazin erschienen war:

„Aufstieg und Fall sind eine Grundidee der abendländischen Kulturgeschichte.* […“> Nur im Untergang schimmert die Hoffnung auf einen Neuanfang. Es kann nur besser werden, wenn es uns richtig schlecht geht. Das nennt man Katharsis, das ist griechisch und bedeutet Reinigung. Der Erste, der dieses Modell aufgeschrieben hat, war der griechische Philosoph und Dramatiker Aristoteles. […“> Und immer wenn der Zeiger Richtung „Fall“ geht, wird es nochmals so richtig dekadent, wortwörtlich. Cadere bedeutet im Lateinischen abfallen. […“> Der Münchener Gehirnforscher und Psychologe Ernst Pöppel läuft Sturm gegen die Dekadenz und ihre Folgeerscheinungen. Für ihn ist die Angstgesellschaft dieser Tage, die Panikmache, die Folge der ’schlimmsten Krankheit, die wir in unserer Zeit kennen, das ist die Monokausalität. Wir sagen immer: Alles hat seinen Grund. Es gibt eine lineare, einfache Art zu denken. Aber alles hat eben seine Gründe, die Welt ist komplex.‘ Weil das aber nach wie vor nicht gedacht wird, ‚läuft jede Generation in ihre Katastrophe, schön symmetrisch, als ob es ein Naturgesetz wäre. Aber das ist es nicht.‘ Die bisherige Entwicklung der Menschheit sieht freilich noch anders aus. In Generationssprüngen von 30 bis 40 Jahren zeigt sich da auf der Timeline der Menschheit immer wieder eine Katastrophe, nicht selten eine selbst verschuldete. Aufstieg und Fall scheinen eine Konstante zu sein. Kein Wunder, wenn sich die Wohlstandsgesellschaft von heute fast schon besorgt fragt, wo denn nun, bitte schön, der nächste Untergang auf sie warte. Es scheint keinen Ausweg zu geben. Wenn keine Katastrophe kommt, dann basteln wir uns unsere Ängste selbst. ‚Das ist eben die Folge der Trägheit, unter der wir leiden‘, sagt Pöppel. ‚Aus der Falle müssen wir raus. Noch sitzen wir in der Falle permanenter Reaktivität. Wir handeln zu wenig.‘ Und haben zu viel Angst.“

(Weitere Auszüge[/url:20nzv30q“> aus dem im innovativen Wirtschaftsmagazin „brand eins“ 2008 anlässlich der weltweiten Wirtschaftskrise erschienenen Artikels)

* Vgl. hierzu bspw. das bekannte Buch „Der Untergang des Abendlandes[/url:20nzv30q“>“ von Oswald Spengler[/url:20nzv30q“>, welches u.a. Thomas Mann als „fatalistisch und zukunftsfeindlich“ (zitiert nach Wikipedia[/url:20nzv30q“>) kritisiert hat. Und „Karl Popper hat die Schrift Das Elend des Historizismus gegen Spengler (und Marx) geschrieben, gegen die Annahme, es gebe unabänderliche historische Gesetzmäßigkeiten.“ (Wikipedia[/url:20nzv30q“>)

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