Argumente im Zuge einer Online-Diskussion

Ein Grundeinkommen hat wie fast alles Vor- und Nachteile, da es jedoch etwas sehr Neues ist, sehen viele aus Angst vor allem die Nachteile – was ganz natürlich ist („niemand will dann mehr arbeiten“ etc.). Um zu wissen, ob es für eine Gesellschaft einen Fortschritt darstellt, müsste man es also wohl mal testen. Oder einen Blick nach Dänemark werfen: die Dänen werden ja immer wieder als das glücklichste Volk ausgezeichnet und arm sind sie auch nicht – obwohl bzw. eben vielleicht weil sie ein sehr „großherziges“ Sozialsystem haben (das laut einer Fernsehdoku die meisten aus einem Anstandsgefühl heraus möglichst nicht nützen wollen; im Übrigen sind dänische Unternehmen laut dieser Doku meist auch wenig hierarchisch organisiert und die Dänen haben viel Freizeit).

Und auf die Reaktion „also, meiner Meinung nach, brauche ich nicht schauen, was der Nachbar macht. […“> Gegner zu überzeugen, überreden hat ja wohl keinen Lack! Der Mensch entscheidet sich in den ersten fünf Sekunden, wenn er von etwas Neuem hört, ob er es will oder nicht, danach pickt dann die Meinung fest!“ hin:

Nachteile zu leugnen bzw. zu verdrängen ist glaub ich zu einfach bzw. nicht der richtige Weg, um Kritiker zu überzeugen. Und ich denke, dass vorbildliche Beispiele bzw. erfolgreiche Tests schon hilfreich wären. Und manchmal kann es auch sinnvoll sein, aus den Fehlern von Nachbarn zu lernen, oder, wie Gunkl es einmal gemeint hat: „Erfahrungen sind das, was man sich durch Beobachtung ersparen hätte können.“ Wobei wir dem Grundeinkommen bislang – auch bei kritischer Betrachtung – positiv gegenüberstehen (siehe bspw. unsere Empfehlung desselbigen hier[/url:13vipu1t“>). Aber deshalb kann man sich nicht erwarten, dass jeder andere auch gleich in die Luft springt, nur weil er gut informiert ist. Manche – oder leider viele – sind sicher der Meinung, dass mann und frau sich jeden Cent „ehrlich“ durch Arbeit verdienen sollen – und sehen dabei nicht, dass viele keine faire Bezahlung erhalten und vielfach zur schlechtbezahlten Arbeit quasi genötigt werden (oft durch unverschuldete Armut), und viele hingegen, die viel Geld verdienen, dieses ganz und gar nicht „ehrlich“ verdienen… Und ich denke, dass man auf Gegenargumente verständnisvoll eingehen sollte, anstatt sie vorschnell als Blödsinn abzutun. Ich bin zuversichtlich, dass (für sozial denkende bzw. auf Fairness bedachte Menschen) trotz Gegenargumenten am Ende von Diskussionen die Vorteile überwiegen werden.

01.01.2000

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