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Meinung: ORF-Kritiker

[img:1coof830″[/img:1coof830″>In letzter Zeit wird der ORF vermehrt öffentlich unfein kritisiert und von der Politik hart an die Leine genommen, obwohl ihn viele im In- als auch im Ausland nach wie vor sehr gern zu mögen scheinen (vgl. eigene Beobachtung oder auch Statistiken[/url:1coof830″> zum Veröffentlichungszeitpunkt dieses Artikels). In Österreich kann der ORF gewissermaßen als Kulturgut gesehen werden. Und dass er auch von „kommenden Generationen“ nach wie vor geschätzt wird, zeigen – oft durchaus jugendlich gewagt provokante und progressive – Erfolge von Sendungen – und deren Gestaltern – wie „Willkommen Österreich“ mit Stermann & Grissemann, „Dorfers Donnerstalk“ mit Alfred Dorfer oder „FM4“ im Radiobereich. Eine kritische Betrachtung und Diskussion über den ORF ist im politischen Sinne und jenem der Beitragszahler natürlich dennoch wichtig, jedoch scheint sie manchmal angesichts seiner breiten Beliebtheit übertrieben oder jedenfalls kontraproduktiv.

Ein Beispiel für eine möglicherweise übertriebene und kontraproduktive Kritik und das an die Leine nehmen in jüngster Zeit stellt die Werbebeschränkung auf ORF.at dar. Der Verband Österreichischer Zeitungen, der auch an Werbeeinnahmen interessierte Online-Portale von Zeitungen vertritt, hatte ORF.at für seine hohen Werbeeinnahmen kritisiert[/url:1coof830″> und die Folge davon war eine gesetzliche Beschränkung des Werbevolumens auf ORF.at.

Dadurch wurde u.a. beschlossen, dass die Werbeeinnahmen von ORF.at ein gewisses Volumen nicht überschreiten dürfen und dass Rabatte nur mehr in einer gewissen vordefinierten Höhe an ORF.at-Werbekunden weitergegeben werden dürfen.

Abgesehen davon, dass es dem gesunden Menschenverstand irgendwie nicht einleuchtet, wieso es beschränkt werden soll, dass der ORF über seine erfolgreichen Online-Medien von der Wirtschaft viel Geld zugesteckt bekommt, hat sich der VÖZ durch die von ihm initiierte Regelung gewissermaßen selbst ins Knie geschossen.

Denn die genannte Beschränkung der Rabatte wird dazu führen, dass der ORF seine Standardpreise senkt, um mit der privaten Konkurrenz mithalten zu können bzw. sich den Verkauf seiner Werbeplätze nicht unnötig schwer zu machen. Die Standardpreise senken darf er nämlich noch, auch unterjährig. Und damit wird das in Österreich derzeit größte Online-„Dachangebot“ (vgl. „ÖWA Plus“-Medienanalyse), das „ORF.at Network“, auch die Standardpreise anderer Online-Medien nach unten ziehen, wodurch die Werbeausgaben für Online-Medien volkswirtschaftlich betrachtet sinken und damit die Umverteilung von finanziellen Mitteln hin zu Online-Medien (und letztlich möglicherweise die Informationsvielfalt) abnehmen könnten.

Und volkswirtschaftlich betrachtet scheint diese komplizierte und sperrige Regelung sehr fern von volkswirtschaftlicher Effizienz und sehr (österreichisch?) bürokratisch und damit nahe an staatlicher Ineffizienz.

Hätte man beispielsweise diesen Fall (wie auch andere Probleme betreffend des ORF) „ganzheitlicher“ betrachtet nicht mit ein wenig mehr Überlegung für alle (den ORF selbst, seine Konkurrenten und die sehenden und lesenden Konsumenten) besser regeln können?

Ein paar Ideen hierzu:

[list:1coof830″>GIS-Gebühren gezielt zur Förderung nicht-(a priori)-massentauglicher Produktionen (wie jugendlich-kritische Sendungen, Filme, Dokumentationen über Randthemen, hochwertige Nachrichten, u.ä. – oder auch gegen Werbeunterbrechungen von Filmen, sofern vom zahlenden Volk gewünscht, welcher Wettbewerbsvorteil gegenüber privaten Sendern jedoch z.B. durch einen gewissen Anteil „nicht-massentauglicher“ Programme kompensiert werden sollte) einsetzen[/list:u:1coof830″>
[list:1coof830″>Massentaugliche Produktionen (wie das genannte Beispiel ORF.at, und folglich ohne Marktverzerrungen durch die staatliche Subventionierung) dem „freien Markt“ aussetzen, wodurch das volkswirtschaftliche Kosten-Nutzen-Verhältnis laut Wirtschaftstheorie verbessert würde[/list:u:1coof830″>
[list:1coof830″>GIS-Gebühren durch Steuern ersetzen, wodurch niemand mehr von GIS-„Gebühreneintreibern“ belästigt würde und es weniger versteckte Steuern gäbe[/list:u:1coof830″>

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