Konsumhaltung wider eigene Unabhängigkeit und Innovation?

Artikel über die
[b:3hk2i4td“>“Konsumhaltung“[/b:3hk2i4td“>
oder darüber
[b:3hk2i4td“>Was schlecht ist am konstanten Konsumieren[/b:3hk2i4td“>

„Was bedeutet es, eine Konsumhaltung zu besitzen, und wie drückt sie sich aus? Erstens wird das Leben als eine Abfolge von Problemen verstanden, die sich spezifizieren, mehr oder weniger deutlich definieren, einzeln herausgreifen und lösen lassen. Zweitens glaubt man, dass die Beseitigung des Problems eine Pflicht sei, die man nicht vernachlässigen dürfe, ohne Schuld und Schande auf sich zu ziehen. Drittens vertraut man darauf, dass es für jedes bereits bekannte oder künftig entstehende Problem eine Lösung gebe – sei es in Form eines bestimmten Gegenstandes oder einer von Spezialisten, von Leuten mit überlegenem Know-how, ausgeklügelten Methode -, so dass die eigene Aufgabe darin bestehe, diesen Gegenstand oder dieses Rezept ausfindig zu machen. Viertens geht man von deren grundsätzlicher Verfügbarkeit aus; sie sind für Geld zu haben, an sie heranzukommen heißt, einkaufen zu gehen. Fünftens übersetzt man die Aufgabe, die Kunst des Lebens zu lernen, in die Bemühung um die Fähigkeit, die richtigen Gegenstände und Rezepte ausfindig zu machen, und um das Vermögen, sie in Besitz zu nehmen, wenn man sie gefunden hat: Man muss zu kaufen verstehen und Kaufkraft besitzen… Stück für Stück, Problem für Problem [b:3hk2i4td“>liefert die Konsumhaltung das gesamte Leben dem Markt aus[/b:3hk2i4td“>; sie richtet jeden Wunsch und jede Bemühung auf die Suche nach Geräten und Expertenwissen aus, die man kaufen kann. Sie löst den Anspruch, Kontrolle über die eigenen Lebensbedingungen zu erlangen (die den meisten Menschen niemals vergönnt ist), in eine Vielzahl kleiner Kaufakte auf, die – jedenfalls im Prinzip – in der eigenen Reichweite liegen… Es wird nun zu meiner Pflicht (und, wie mir immer wieder bestätigt wird, auch zu einer Aufgabe, der ich gewachsen bin), mich und mein Leben zu verbessern, zu kultivieren und weiterzuentwickeln, meine Schwächen und die anderen quälenden Einschränkungen in meinem Leben zu überwinden.“ (Zygmunt Bauman in Vom Nutzen der Soziologie[/url:3hk2i4td“>; weitere Textstellen daraus beim Thema Anstößiges)

[b:3hk2i4td“>Interpretation [/b:3hk2i4td“>und Meinung der Redaktion der Denker zu obenstehendem Artikel:

Diese soziologische Analyse (Meinung) ist zwar recht pessimitisch gegenüber der Arbeitsteilung (Zusammenarbeit) und dem fortschrittlichen bzw. lebensfreudigen individuellen Problemlösen, deutet aber konstruktiverweise auf die Gefahren der Arbeitsteilung und des Verlassens auf kostenpflichtige Produkte und Dienstleistungen anderer hin. Daraus kann man lernen, dass man sich individuell für den Fall absichern sollte, dass einem für Probleme nicht immer von anderen eine passende kostenpflichtige Lösung geboten werden kann – sei es, weil schlichtweg noch keine erfunden wurde, sei es, weil man sie nicht ausfindig machen oder nicht erreichen kann oder sei es, weil man sie sich nicht (mehr) leisten kann – und dass man sich folglich eine gewisse Unabhängigkeit vom Markt behalten soll. Wenn bzw. für den Fall, dass einem dies nicht der Staat bietet, sollte man sich bspw. ein gewisses, einen guten oder zumindest ausreichenden Lebensstandard ermöglichendes Eigenkapital sichern (wie ein eigenes Haus mit Gemüsegarten) und sich um gute Freunde kümmern.

[b:3hk2i4td“>Zitat:[/b:3hk2i4td“>

Es gibt keine einfachen Lösungen für sehr komplizierte Probleme. Man muß den Faden geduldig entwirren, damit er nicht reißt. (Michail Sergejewitsch Gorbatschow)

[b:3hk2i4td“>Meinung zu ungesunden Lebensmittelprodukten:[/b:3hk2i4td“>

Man muss eigentlich nur an die Absichten denken, die mit einem Produkt verfolgt werden und an die Gleichgültigkeit – oder Falschheit, mit der schädliche Zusatzstoffe mitverkauft werden (vor allem übel, wenn sie vermeidbar wären), um die Lust an einem „künstlichen“ Produkt – auch wenn es noch so schön verpackt, schmackhaft gemacht und dekoriert ist – zu verlieren und damit seine Gesundheit, seinen Geldbeutel und irgendwie auch seine Unabhängigkeit zu schonen. (Ein Redaktionsmitglied)

01.01.2000

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