Der Wahnsinn der Normalität

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Der Wahnsinn der Normalität

Beitragvon Redaktion » 21.07.2010, 14:38

{L_IMAGE}Der in Deutschland geborene, 1936 jedoch in die USA emigrierte und mittlerweile in der Schweiz lebende Professor der Psychologie Arno Gruen zeigt in seiner unter dem Titel "Der Wahnsinn der Normalität - Realismus als Krankheit" zusammengefassten "Theorie der menschlichen Destruktivität", dass dort, "wo das Vermögen abhanden gekommen ist, die eigenen Gefühle wahrzunehmen, und Selbsthass an deren Stelle getreten ist, auch die Fähigkeit zu wirklichem Mitgefühl und echtem Mitfühlen verloren gegangen ist. Im 'Wahnsinn der Normalität' legt er die Wurzeln der Destruktivität frei, die sich viel öfter, als es uns klar ist, hinter vermeintlicher Menschenfreundlichkeit oder ordnungsstiftender Vernunft verbergen. Arno Gruen besticht durch die Vielzahl der Beispiele, zu denen auch die unfassbaren Ereignisse im Dritten Reich oder Vietnamkrieg gehören, und schafft die überzeugende Beweislage, dass dort, wo Innenwelt und Außenwelt keine Einheit bilden, verantwortungsvolles Handeln und echte Menschlichkeit ausbleiben." (Vorwort des Deutschen Taschenbuch Verlags in dieser Buchausgabe)

"Während jene als 'verrückt' gelten, die den Verlust der menschlichen Werte in der realen Welt nicht mehr ertragen, wird denen 'Normalität' bescheinigt, die sich von ihren menschlichen Wurzeln getrennt haben. Und diese sind es, denen wir die Macht anvertrauen und die wir über unser Leben und unsere Zukunft entscheiden lassen. [...] Den Typus des Psychopathen, der für mich den extremen Gegenpol zum Schizophrenen darstellt und den der Wahnsinn der scheinbaren Normalität in seiner höchsten Steigerung kennzeichnet, versuche ich im siebten Kapitel genauer zu beschreiben." (Arno Gruen in seinem eigenen Vorwort zum genannten Buch) "Die Flucht des Psychopathen nach außen ist Ausdruck seiner extremen Unterwerfung unter das Äußere. Sein Beharren auf dem äußeren Erscheinungsbild drückt gleichzeitig seine Verachtung für die mögliche Bedeutung eines zur Liebe fähigen Innenlebens aus." (Arno Gruen im Kapitel 7 - Seite 162 von verlinkter Ausgabe)

Nicht leicht zu lesen, aber lesens- bzw. bedenkenswert (vor allem in Zeiten verstärkter Ablenkung von der Innenwelt durch bspw. berufliche Beanspruchung oder moderne Unterhaltungsmedien wie Internet).

Versuch einer Kurzfassung unsererseits: Wenn mensch seine Gefühle zugunsten von Anpassung (Konformismus) unterdrücken muss, führt das zu einem Hass gegen alles, das die eigenen Gefühle hervorruft bzw. gegen alle, die dies tun (indem sie gefühlvoll sind). Schlussendlich also gegen das Leben selbst, was beispielsweise ein spanischer Revolutionär laut Arno Gruen mit dem Ausruf "Lang lebe der Tod!" bezeugte.

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