Verweigerung höherer Bildung

Kommentar meinerseits bei einer Diskussion auf Facebook zum Vergleich der neuen Bildungsministerin Beatrix Karl (ÖVP) von Unis mit Opernhäusern („Wenn alle Karten verkauft sind, kann [in eine Oper“> auch niemand mehr hinein“):

Zuerst durchläuft man das ganze, großteils auf die Universitätsstudien ausgerichtete (und dafür aussortierende) Schulsystem und dann sollte man nicht studieren dürfen? Die Verweigerung gleichwertig angesehener höherer Bildung mit einem verhinderten Opernbesuch zu vergleichen ist etwas zu viel des Zynismus. Aber den entscheidenden Politikern ist leider schon seit Längerem kein Feingefühl mehr anzumerken.

Und auf einen Kommentator auf diePresse.com hin, der die Frage stellte, was denn das Problem an fetten Studiengebühren und Eintritts- und Knockout-Prüfungen sei:

Aus psychologischer Sicht wären z.B. die ohnehin meist großen Zukunftsängste junger Menschen als Problem anzusehen. Oder dass die Leistungsfähigkeit durch Angst (vor einem Ausschluss) deutlich beeinträchtigt ist. Des weiteren könnte man durchaus behaupten, dass sich die Verbreitung höherer Bildung positiv mit der Qualität des gesellschaftlichen Zusammenlebens korreliert.

Und auf die weitere Reaktion des Kommentators („[i:3bkbba21″>Die freie Absolvierung eines Massenstudiums kann vielleicht temporär von Zukunftsangst befreien, löst aber nicht per se die Frage gesicherte Zukunft. Nichts erhöht die Leistung in der Praxis mehr als Leistungsdruck, ein evolutionäres Prinzip. Etwas höhere Gießkannen-Bildung für alle ist wesentlich weniger effektiv als den tatsächlichen Fähigkeiten angepasste individuelle Bildung – von der Sonderschule bis zur Excellende.[/i:3bkbba21″>“) hin:

Ich finde erstens, dass positive Leistungsanreize negativen wo möglich immer vorzuziehen sind und zweitens, dass es recht totalitär ist, Menschen (v.a. ohne gute demokratische Basis) vom Studium auszuschließen. Und ich denke nicht, dass Eltern dafür wären, dass Ihre Kinder quasi per se vom Studium ausgeschlossen werden.

Zur Wirkung von Leistungsdruck siehe z.B. diese Studie:
01.01.2000