Eine Hilfe zur Abhilfe gleich vorweg:
Indem Bewusstsein über das eigene Tun eintritt, entsteht neue Beweglichkeit (in körperlicher, geistiger und seelischer Hinsicht) wie von selbst. Ideengeschichtlich ist diese Denkfigur jetzt nicht gerade ein heuriger Hase, sie firmiert seit über 2500 Jahren unter dem Begriff Reflexion. (Aus einem Artikel eines Zugmagazins, Sept. 02)

3. Abhängigkeit, Sucht 

Über die Entstehung der körperlichen Abhängigkeit von Suchtmitteln war schon an früherer Stelle die Rede (vgl. S. 128). Die Abhängigkeit von solchen Wirkstoffen hat aber auch eine psychische Seite. Letztlich steckt in jeder Abhängigkeit eine mißglückte Konflikt‑ bzw. Problemlösung (vgl. DOERNER/PLOG, 1980, S. 176). In diesem Sinn bieten Suchtmittel u. a. die Möglichkeit, sich von Unlustgefühlen zu entlasten, eine Art Selbstverwandlung zu erreichen und einer bedrückenden Realität vorübergehend zu entrinnen. Ein verhängnisvoller Kreislauf beginnt: das Nachlassen der Wirkung läßt die Wirklichkeit umso trostloser erscheinen, und der Drang, sich erneut im Rauschzustand in eine andere Welt zu flüchten, wird bald wieder übermächtig. Über die Ursachen der einzelnen Formen von Abhängigkeit finden sich unterschiedliche Auffassungen. Allgemein wird angenommen, daß immer mehrere Ursachen zusammenwirken. Bei der Abhängigkeit von Medikamenten, Drogen und Alkohol kommt zu den körperlichen, psychischen und sozialen Faktoren der Suchtentwicklung in besonderem Maße auch die schädigende Wirkung auf den Organismus, vor allem auf das Nervensystem. Folgende Ursachen werden häufig genannt: 

Angst vor der Wirklichkeit, Existenzangst; Neigung, Schwierigkeiten aus dem Wege zu gehen; geringe Frustrationstoleranz; Bedürfnis nach emotionaler 

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Entspannung und Entlastung oder nach Steigerung der Erlebens‑ und Leistungsfähigkeit; niedriges Selbstwertgefühl; Neigung zu depressiver Verstimmung; Schwierigkeiten im Kontakt mit den Mitmenschen, berufliche und eheliche Konfliktsituationen; schwierige Familienverhältnisse; Einfluß von Partner‑ und Gruppenbindungen (Gruppendruck), soziale Isolierung; leichte Beeinflußbarkeit. Vielfach wird im Zusammenhang mit der Frage der Süchtigkeit auf die Bedeutung der gesamtgesellschaftlichen Situation hingewiesen: "Trotz zunehmendem Wohlstand ... können immer mehr Menschen im Leben keinen Sinn und kein Ziel mehr erkennen, keine persönliche oder berufliche Befriedigung finden, der Zukunft nicht mehr erwartungsvoll entgegensehen" (HUBER, 1981, S. 322). 

Vom Standpunkt der Psychoanalyse wird der Griff zu Suchtmitteln als eine Form der Abwendung von der Wirklichkeit, des Ausweichens vor der Verantwortung gesehen. Diese Stoffe erfüllen damit ähnliche Funktionen wie die Abwehrmechanismen und stehen oft auch in Verbindung damit. So wird z. B. Alkohol‑ und Nikotinsüchtigkeit mit Regressions‑ und Fixierungsvorgängen in Zusammenhang gebracht und als Rückfall bzw. Haftenbleiben in einem frühkindlichen Entwicklungsstadium ("orale Phase" ‑ vgl. S. 248 Q gedeutet. Mit Fixierung ist die Annahme verbunden, daß gewisse Abschnitte der kindlichen Entwicklung dadurch weiterhin Anziehungskraft für regressive Fluchtreaktionen besitzen, weil sie durch besonderen Lustgewinn (z. B.: Verwöhnung) oder durch seinerzeit nicht ausreichend befriedigte Wünsche und Bedürfnisse gekennzeichnet sind. Während jedoch der Einsatz von Abwehrmechanismen zu einer Ablenkung (Projektion, Verdrängung, Sublimierung usw.) von Triebansprüchen führt, bieten die verschiedenen Suchtformen die Gelegenheit, Unlust durch Ersatzbefriedigung rasch zu beseitigen. 

Die Vertreter der Lerntheorie bzw. der Verhaltenstherapie betrachten Süchtigkeit ebenfalls als Ausweichverhalten vor unerträglich gewordenen Konfliktsituationen. Sie führen aber die Entstehung von Abhängigkeit auf eine fortlaufende Reihe von Konditionierungsvorgängen zurück. Die Suchtmittel spielen dabei die Rolle von Verstärkern (vgl. S. 189 Q, die sofort jene Unlustzustände mindern oder aufheben, die beim "Zusammenstoß mit der unerträglichen inneren oder äußeren Wirklichkeit entstehen" (GÖRRES, in: BACHMANN, 1976, S. 85).

 

"Ein alarmierender Zeitungsbericht: 

Alkoholsucht steigt beängstigend

Arzte sehen darin gefährlichste Jugend-Droge"

 

Rund 200.000 Jugendliche in der Bundesrepublik seien alkoholkrank oder stark gefährdet, erklärten Samstag Arzte und Pädagogen in Marl auf einem Symposion des Hartmann‑Bundes zum Problem des Jugendalkoholismus. Zudem seien die Süchtigen immer jünger. Schon Zehnjährige seien regelmäßig berauscht und die Mädchen holten auf‑ Fast ein Drittel der jugendlichen Alkoholiker sei weiblich ‑ bei steigender Tendenz. 

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Weil Alkoholkonsum heute "selbstverständlich" sei, gehöre Alkohol zu den  gefährlichsten Drogen, meinen die Mediziner. Fast 75 Prozent der Alkoholsüchtigen erlebten den ersten Vollrausch bei Familienfeiern im Elternhaus.  Während bei Erwachsenen der Weg in die Abhängigkeit oft über Jahre des unkontrollierten Alkoholkonsums führe, reichten bei Kindern und Jugendlichen wenige Monate, um süchtig zu werden. Rund zehn Prozent aller Vergiftungen im Kindesalter beruhen nach Feststellungen der Mediziner auf Alkohol.    

Alkohol werde von Jugendlichen nicht nur zur Erlebnissteigerung, sondern oft auch als Problemlöser genutzt. Zunehmend machen Psychologen und Erzieher bei Kindern auch aus Wohlstandsfamilien"Verwahrlosungserscheinungen" aus, die durch grobe emotionale Vernachlässigung vor allem in den ersten  drei Lebensjahren verursacht würden. Kontaktschwierigkeiten würden oft "im  Alkohol ertränkt".   

(SALZBURGER NACHRICHTEN vom 5.12.1988, S. 2)  

 

ALKOHOL (Meinung vom Oberdenker)

Mit Hilfe von übermäßigem Alkoholkonsum kann man sich gut mit Dingen abfinden, die einem eigentlich gar nicht passen.
Während des übermäßigen Genusses ist man sowieso mit allem zufrieden, danach ist man eine Weile handlungsunfähig und anschließend gibt man sich mit der Aussicht auf den nächsten Genuss zufrieden.

21.4.03 

 


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