DIE DENKER

Klimaschutzabkommen?

Angesichts einer weiteren Klimaschutzkonferenz mit schlechten Erfolgsaussichten sollte man, ganz abgesehen von der Frage, ob ein proaktiver Klimaschutz nötig ist oder nicht, einen Blick auf die möglichen „unerwünschten Nebenwirkungen“ von internationalen Klimaschutzabkommen bzw. die Argumente für unabhängige Initiativen einzelner Staaten, Kommunen, Unternehmen und Individuen werfen, um nicht zuviel auf ein schlechtes oder am Ende gar in die falsche Richtung laufendes Pferd zu setzen. Wie beispielsweise diese:

„Für freiwilligen staatlichen Umweltschutz sprechen ferner die Schwierigkeit des Zustandekommens und Umsetzens internationaler Abkommen, welche u.a. durch das Fehlen eines (effektiven und legitimen) internationalen Gewaltmonopols (in Kombination mit der wahrscheinlichen Struktur öffentlicher Güter von internationalen Umweltschutzabkommen) und andererseits durch globale Unterschiede bedingt ist, und die mögliche Verdrängung der intrinsischen Motivation „von Staaten“, die Umwelt zu schützen, wenn sie dazu von anderen Staaten (bzw. durch ein mit diesen geschlossenes Abkommen) gezwungen werden. Des Weiteren scheint den Menschen (abgesehen von der eigenen Person) die eigene Gruppe viel (irrational) wichtiger als die eigene Art zu sein … und deshalb dürften Vorteile für die eigene Gruppe einen viel stärkeren Anreiz darstellen als solche, die teils andere begünstigen.“ („Freiwilliger Umweltschutz“, S. 175f)

Man kann folglich fragen und analysieren, ob die negativen Folgen von Klimaschutzabkommen größer sind als die positiven, ob sie nachhaltig gut sind, und inwiefern es hinsichtlich Klimawandel sinnvoll ist, verstärkt auf die starke Triebfeder des Eigennutzstrebens (u.a. aufgrund der intrinsischen Motivation) von Individuen, Kommunen, Unternehmen und Staaten zu setzen und dieses durch Förderungen, Aufklärung, u.ä. klimafreundlich zu steuern bzw. klimafreundliches Verhalten zu verstärken (also v.a. auf Belohnung/Anreize/Freiwilligkeit anstatt Strafen/Sanktionen/Zwang zu setzen, so wie es auch in der Marktwirtschaft und modernen Erziehung erfolgreich gemacht wird). Man denke hinsichtlich klimafreundlichen Eigeninitiativen beispielsweise an bereits existierende energieautarke Dörfer.

Sinnvoll erscheint jedenfalls die Initiative des US-Ökonomen Jeffrey Sachs, laut „Time Magazine“ eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt, der bereits zahlreichen Ländern aus der Wirtschaftskrise geholfen hat. Er sucht gemeinsam mit führenden Wissenschaftlern aus den 15 Ländern mit dem höchsten CO2-Ausstoß nach wirksamen Klimaschutzmaßnahmen, die mit einer nachhaltig guten wirtschaftlichen Entwicklung verträglich sind. Damit möchte er die wichtigsten Entscheidungsträger der Welt davon überzeugen, dass Klimapolitik mit wirtschaftlichem Erfolg einhergehen kann und appelliert damit gewissermaßen und sinnvollerweise an ihr Eigennutzstreben. Arte-Doku dazu

28.11.2015
Klimaschutzabkommen?
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