DIE DENKER

Frachtschiffe und die Folgen

Die internationale Frachtschifffahrt ist trotz ihres unheimlichen Ausmaßes („Mehr als 90 Prozent aller Waren in westlichen Industrieländern kommen mit Containerfrachtschiffen aus anderen Teilen der Welt“, ORF am 7.9.2016) nicht nur von den meisten Menschen kaum beachtet, sondern auch von den Regierenden kaum reguliert. Die Folgen sind neben unglaublichen wirtschaftlichen und finanziellen Machtkonzentrationen verheerende Umweltprobleme („Die Krebsrate in der Nähe großer Häfen ist signifikant erhöht“, ebenfalls ORF am 7.9.2016) und kaum vorhandene Sozialstandards für die „Billigmatrosen“. Doku zum Thema: „Das Megabusiness – Der Preis der Containerschifffahrt“ hier ansehen

Würde man die „externen Kosten“ (Ausdruck der Umweltökonomie, einem wissenschaftlichen Teilbereich der Ökonomie, für nicht in Produkt- oder Servicepreise einkalkulierte Kosten für durch diese verursachte Umweltschäden) wie diese des internationalen Handels – z.B. im Rahmen internationaler Handels- oder Umweltverträge – „internalisieren“ (so wird die staatlich erzwungene Berücksichtigung der „externen Kosten“ bei der Produktkalkulation in der Umweltökonomie genannt), so würde lokale Produktion relativ gesehen günstiger und wahrscheinlich die lokale Wirtschaft gestärkt werden. Für „Billiglohnländer“ könnte dies einerseits verbesserte Sozial- und Umweltstandards zur Folge haben, andererseits einen Wettbewerbsnachteil bedeuten, wenn ihre Produkte und Serviceleistungen relativ teurer werden.

09.09.2016
Frachtschiffe und die Folgen
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