Zum Thema

USA

neu entdeckt bzw. erdacht:
 

Zur us-amerikanischen Kultur bzw. zur "Amerikanisierung"


Mythos vom Tellerwäscher, der Millionär wird. Der amerikanische Philosoph William James verkündete die Lehre vom Pragmatismus, wonach die Tat des Individuums und deren geschäftlicher Erfolg die alleinigen Maßstäbe für Glück und Freiheit seien. Danach ist jeder seines Glückes Schmied, Verlierer sind selber schuld. Dieses rein wirtschaftlich bestimmte Denken, diese Absage an traditionelle (europäische) Geistesideale haben die USA seither mit missionarischem Eifer der Welt als "American Way of Life" verkündet und mit den Produkten dieser Idee (Mickymaus, Cola, Fast Food) die Welt überschwemmt. ... Diese Infiltrierung bzw. die Anpassung anderer Länder an nordamerikanische Verhältnisse wurde früh als Amerikanisierung bemerkt und benannt. ... Seither tauchte der Audruck in allen möglichen Bereichen auf, in denen Arbeitsweisen, Konzepte, Sitten und Lebensart nach US-Vorbild gestaltet zu sein scheinen. Oft spielt dabei ein kapitalismuskritischer, oberflächliches Showgehabe verurteilender Unterton mit. ... "Die Welt als amerikanisiertes Vakuum*, wo sie hinkommen, alles wird Highway", klagte Max Frisch 1957 in seinem Buch "Homo faber".

(Auszüge aus einem Artikel auf wissen.de zum Begriff "Amerikanisierung", entdeckt im Juli 04)

* Dabei ist aber weniger dem System, als dem das System untergeordneten Menschen die Schuld zu geben: sie könnten ja auch anderen Dingen, als (viel) Geld zu verdienen ("um welchen Preis auch immer"), Wert zuschreiben und somit anderes bzw. anders produzieren bzw. konsumieren (sowohl das Angebot bestimmt die Nachfrage als auch umgekehrt). Außerdem haben ja auch "traditionelle" Amerikaner gewisse Werte (z.B. dass ein Alter in Wohlstand mehr Wert ist als Jugend, welche deshalb Ihre Zeit und Anstrengungen hauptsächlich für künftigen, systemkonformen Erfolg zu investieren hat [d.h. Ausbildung statt Bildung bzw. Geschäftserfahrung statt Welterfahrung], welcher sich nach traditionellem Vorbild in einer stabilen Familie und einem Wohlstand, der zumindest teils auf Kosten der anderen, die "selber schuld sind", geht, manifestiert...). Außerdem liegen unserem System (und dem vieler anderer, moderner Systeme) viele gleiche Denker zugrunde - nur werden diese unterschiedlich interpretiert und ausgelegt. Somit ist die generelle Klassifizierung der amerikanischen Kultur als inhaltsleer und "primitiver" vereinfachend und fälschlicherweise als objektiv (obwohl subjektiv) dargestellt. (Anmerkung von ob, 26.7.)

 


Siehe auch: Politik/Textstellen/Zur internationalen Politik (> fehlenden Solidarität, Opportunismus, Imperialismus)

ZUM IMPERIALISMUS MIT WIRTSCHAFTLICHEN MITTELN (ERMÖGLICHT DURCH AUSNUTZUNG WIRTSCHAFTLICHER UNGLEICHENTWICKLUNG) - (und drohenden Problemen und Spannungen aus der Abhängigkeit), Titel ob

Auszüge aus dem Buch: El imperio frente a la diversidad del mundo von Sami Nair, ISBN 8497933877


Empfehlungen:

www.zeit.de/2004/34/C-Amerikaner Artikel über Vorurteile gegenüber US-Amerikanern
 

Von MitdenkerInnen zu diesem Thema neu Erdachtes bzw. Entdecktes