ALLGEMEINBILDUNG 
(Oder: Zu den eigentlichen Aufgaben der Schule)

 

Frei nach Artikel von ...(Jahrgang 1946, Prof. für Erziehungswissenschaft, Deutschland) IN: Päd..., 1/97 ÜBER: Allgemeinbildung als Aufgabe der Schule

 

Heranwachsende bedürfen der systematischen Auseinandersetzung mit und Aneignung von Welt, um sich selbst und ihre mögliche Rolle in der Welt zu finden. Erst im Prozess der Bildung wird der Mensch zum Menschen. 

Gesellschaftlich-kulutrelle Notwendigkeiten und das Recht des einzelnen auf seine Selbstverwirklichung sind dabei miteinander auszubalancieren. 

zu erfüllende Aufgaben:

* Lebensvorbereitung,
* Stiftung kultureller Kohärenz,
* Weltorientierung,
* Anleitung zum kritischen Vernunftgebrauch,
* Entfaltung von Verantwortungsbereitschaft,
* Einführung in Verständigung und Kooperation,
* Stärkung des Schüler-Ichs 

das Andersarige anderer Kulturen als gleichberechtigte Daseinsformen anerkennen. 

..helfen soll, einen Überblick über die von uns erkennbare Welt zu gewinnen.

(-> Urteilshorizont aufspannen)

durch exemplarische Auswahl -> Hilfe für Gesamtorientierung, tragendes Weltbild. 

Anleitung zum kritischen Vernunftgebrauch:

junge Menschen dazu befähigen, sich selbst zu denken, sich von Bevormundung zu emanzipieren, das, was von "Autoritäten" welcher Art auch immer vorgegeben wird, kritisch zu hinterfragen und mittels der eigenen Vernunft zu prüfen.

[Die Fähigkeit zum kritischen Denken...] ist mit der Fähigkeit verknüpft, den Dingen auf den Grund gehen zu wollen, und mit der Einsicht, dass die Reichweite des Verstandes BEGRENZT ist. 

Fakt ist: Verantwortungsbereitschaft kann nicht "gelehrt" werden, schon gar nicht durch moralisches Appellieren. 

Die Schule muss Kindern und Jugendlichen auch den Raum gewähren, ihre eigenen Bedürfnisse und Möglichkeiten zu entfalten, ihre speziellen Stärken zu entdecken, zu fördern und zu pflegen, auf eigenen Beinen zu stehen und sich mit einem aufrechten Gang zu bewahren. 

..neben Intellektualität und schulischen Leistungen im engeren Sinne auch

Phantasie, Kreativität, eigene Sinnlichkeit und Leiblichkeit einzubringen,

damit unterschiedliche Facetten der eigenen Person im sozialen Miteinander

erfahren werden können.

 

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Schule fördert nur Konformismus? Ein Leserbrief aus einer Zeitung...

 

 

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‚Wir sind alle nur mit einem begrenzten Problemlösungsvermögen ausgestattet, das es uns leider nicht erlaubt, beides im an sich gebotenen Umfang zu tun: hochkomplexe und vielfach miteinander verwobene Probleme in ihrer gesamten Tiefe zu erfassen. Ein wenige ähnelt der Konflikt zwischen präskriptiver [vorschreibender, Anm.] und deskriptiver [beschreibender, Anm.] Entscheidungstheorie dem Spannungsfeld zwischen Spezialisten und Generalisten in nahezu allen Bereichen unseres Lebens. Wir

 

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Weitere Textstellen (ohne Inhaltsverzeichnis)

...nach Entdeckungszeitpunkt geordnet (ältere Texte zuerst). Aus Faulheit bzw. Zeitmangel werden wir nicht mehr jeden weiteren (neu hinzukommenden) Text direkt im Inhaltsverzeichnis verlinken! Vielleicht finden wir später irgendwann einmal Zeit dazu - oder ein Verleger :)

 


"Die Ausbildung beruht auf den Lerntechniken der Naturvölker Nordamerikas. Diese beobachteten zum Beispiel wie der Kojote seine Jungen unterrichtet und fanden heraus, dass auch der Mensch ein enormes Lernpotential entwickelt, wenn sein inneres Bedürfnis mit seiner äußeren Erfahrung übereinstimmt." (In einem Artikel über die "Wildnisuniversität" in der Unipress, Ausg. 5/05)
 

 

Von Thomas Mann

"...mir selbst überlassen, sah ich, ..., wiederum eine längere Warte- und Mußezeit vor mir liegen, wie sie dem höheren Jüngling zu stillem Wachstum so willkommen, so notwendig ist. Bildung wird nicht in stumpfer Fron und Plackerei gewonnen, sondern ist ein Geschenk der Freiheit und des äußeren Müßigganges; man erringt sie nicht, man atmet sie ein; verborgene Werkzeuge sind ihretwegen Tätig, ein geheimer Fleiß der Sinne und des Geistes, welcher sich mit scheinbar völliger Tagdieberei gar wohl verträgt, wirbt stündlich um ihre Güter, und man kann wohl sagen, dass sie dem Erwählten im Schlafe anfliegt. Denn man muss freilich aus bildsamem Stoffe bestehen, um gebildet werden zu können. Niemand ergreift, was er nicht von Geburt besitzt, und was dir fremd ist, kannst du nicht begehren."

(Eine vieler gut getroffener Aussagen - scheinbar nicht umsonst ist im Vorwort die Meinung "Es gibt Stellen im Felix Krull, die Anwartschaft auf immerwährende Berühmtheit haben" zu lesen- Thomas Manns in "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull"; die zitierte Textstelle ist nachlesbar auf den Seiten 59f bzw. im vierten Kapitel des "zweiten Buches" in der Ausgabe der "Fischer Bücherei" von 1970)
 

 

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