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PRO KLEINE LÄNDER (POLITISCHE EINHEITEN)
„In meinem Buch Die Überentwickelten habe ich
versucht zu zeigen, dass kleine Nationen den großen wirtschaftlich überlegen
sind. … wir erkennen deutlich, dass die Zahl der Probleme – und das ist die
wesentlichste Schwierigkeit in unserem Zeitalter – mit der Größe eines
Wirtschaftsraumes, einer integrierten politischen Gemeinschaft oder der
Nation, in der sie auftreten, nicht geringer wird, sondern dass die Probleme
schwieriger werden. Die logische Antwort – und das war meine Empfehlung –
schien daher nicht darin zu liegen, Nationen zu vereinigen, sondern sie zu
zerstückeln oder, wie die Deutschen es ausdrücken würden, nicht in einer Welt
der Großmächte, sondern in der Kleinstaaterei zu leben.“ (S. 7)
„Denn große Länder sind ihrer inneren
Natur nach eher feindselig in ihren Beziehungen nach außen, und auch im
Innern behandeln sie den einzelnen Bürger ungerecht, weil das ihrer inneren
Natur entspricht. Sie tun es nicht aus bösem Willen, sondern die
Individuen müssen alle in einen Topf geworfen werden, einfach weil sie zu
zahlreich sind. Dabei ist es gleichgültig, ob es sich um Demokratie oder
Diktatur handelt. … Es ist die Tyrannei, die durch die bloße Größe einer
Menschenmasse entsteht, die in sinnloser Weise zusammengedrängt und integriert
im Rahmen der modernen Großmächte leben muss. … nicht Vereinigung, sondern
Zersplitterung bringt Aussicht auf Freiheit und Frieden, nicht ein Anwachsen,
sondern eine Verkleinerung unserer politischen Größenordnungen, nicht eine
vereinfachte Welt der Großmächte, sondern eine Auflösung in die Vielfalt der
Kleinstaaterei bringt uns diesem Ziel näher.“ (S. 8f)
Die Seitenangabe(n) beziehen sich auf
Kohr,
Leopold (1965), Weniger Staat: Gegen die Übergriffe der Obrigkeit, Wien
und Düsseldorf: Econ. Textstellentitel
hinzugefügt von ob. Das Buch wurde Ende 2005 vom Radiosender
Österreich 1 erwähnt und scheint auch anderen Indizien zufolge nachhaltig
bekannt geworden zu sein, was auf eine gewisse Qualität schließen lässt.
"Wer ganz oben auf einer Leiter steht, traut sich nicht, hinunterzuschauen."
(~ dies soll ein Indianer-Nachkomme einmal geringschätzig zu Andy Warhol gesagt
haben, als er nur einen billigen Teppich von ihm abkaufte; laut der Radiosendung
Im Sumpf auf FM4 vom 30.1.05) -> abgesehen von als Kritik an
politischer Ignoranz von wohlhabenden Menschen ggü. den Lebensumständen
"einfacher" Menschen auch ALS WIDER ZWANGHAFTES FESTHALTEN AN
MACHT INTERPRETIERBAR? (z.B. weil es "unten" ja auch ganz fein oder gar feiner
sein könnte?)
[...] Mit Tschernobyl fängt eine neue Periode des kritischen Denkens an. Wie
es im Hamlet heißt: "Wahnsinn bei Großen kann nicht ohne Wache gehen." Wenn
historische Folgen gesetzt werden nicht etwa auf Enkel, sondern auf 300 000
Jahre folgender Geschichte, ... Beobachten wir solche Diskrepanzen im
Maßverhältnis von Verantwortlichkeit und Zeit, dann setzt eine neue Reflexion
ein, nicht erst am 11.9.2001. Wem sprechen wir die Autorität zu, über uns zu
bestimmen? Was heißt Kontrolle von unten nach oben? Das sind Fragen... bis hin
zum Aufstand gegen eine falsch zusammen gewachsene Realität. (Aus einem
Kommentar? Alexander Kluges zu Tschernobyl; gesichtet in den Unterlagen zum Kurs
Umweltökonomik, Teil Umweltgeschichte von J. Nussbaumer, 2004) - auch
angebracht bei den Themen Atomenergie und Staat.
Antike (philosophische) Überlegungen wider die Politik
[Sokrates?:] "... Die Glückseligkeit scheint weiterhin in der Muße zu
bestehen. Wir opfern unsere Muße, um Muße zu haben, und wir führen Krieg, um
in Frieden zu leben. Die praktischen Tugenden äußern ihre Tätigkeit in der
Politik oder im Kriege. Die Aktionen auf diesen Gebieten aber dürften sich mit
der Muße kaum vertragen, die kriegerische Tätigkeit schon gar nicht ... Aber
auch die Politik verträgt sich nicht mit der Muße und verfolgt neben den
öffentlichen Angelegenheiten als solchen den Besitz von Macht und Ehren oder
die Glückseligkeit für die eigene Person und die Mitbürger als ein Ziel, das
von der Politik verschieden ist ... " ("Pflege der Weisheit als höchstes
Glück", 10. Buch S. 1176a ff [der Nikomadischen Ethik Aristoteles, übersetzt
von Gigou? und erhätlich als Reclam Nr. 86?]; von einem kopierten Text in
einer universitären Vorlesung 05 über ~ "Antike Glückskonzepte") - ein
umfassender Auszug dieser Textstelle zu finden beim Thema Philosophie/Glück.
Zur Organisation Europas
"Was die Übung der Souveränität betrifft, ist der Unterschied zwischen Föderation und Konföderation fundamental. Die Föderation impliziert eine starke zentrale Macht mit den klassischen Gewalten des Staates. Der föderale Staat überlässt den "governorats", Ländern oder Nationalstaaten nur die Funktionen der Verwaltung und der Anpassung. Im Gegensatz dazu überlässt die Konföderation die komplette Macht dem Staat, welcher der konföderalen Institution punktuell die Macht zur Anwendung bestimmter gemeinsamer Politiken überträgt. Der Staat kontrolliert weiterhin die Abmachungen, welche er mit seinen Verbündeten zu vereinbaren wünscht und ist dafür vor dem Volk verantwortlich. Die Föderation bedingt eine Zugehörigkeit von vornherein, die Konföderation unterstreicht hingegen vor allem die gemeinsamen Interessen. Aber auch wenn gemeinsame Interessen auf europäischer Ebene existieren, so sollten diese nicht mit einer Gemeinschaft der Zugehörigkeit, welche noch nicht existiert, verwechselt werden. Die Völker sollten konsultiert werden. Das gemeinsame Verständnis würde verlangen, dass wir uns, um die positiven Errungenschaften der Union zu erhalten und uns gleichzeitig vor ihrer unvermeidbaren Neigung, sich von der Kontrolle der Völker zu befreien, zu schützen, in Richtung einer Konföderation neuer Art orientieren, hin zu einer "Nationalstaatenunion". Diese politische Union würde die gegenseitige Abhängigkeit mittels etwas anderem als der blinden Gehorsamkeit gegenüber den Befehlen des liberalisierten Marktes organisieren; und es würde mittels der zwischenstaatlichen Methode einige kurz-, mittel- und langfristige, gemeinschaftlich politische Ziele im Dienste der europäischen Völker definieren." (Sami Nair, französischer Politikwissenschaftler und Europaabgeordneter, in: El imperio frente a la diversidad del mundo, 2004, , S. 201f., Barcelona: Debolsillo; übersetzt aus dem Spanischen von ob)
Ad Ideologie
Sehr geehrter Herr Beam,
Sie dürfen nicht glauben, dass ich eine Ideologie betriebe! Alles, was so
herauskam aus meinem Hirn, hat sich zufällig ergeben.
Hermes Phettberg in seinem im Falter, Ausg. 29/05, erschienenen "Predigtdient"
(Auszug auch angebracht beim Thema Politik)
Ad Utopia
Abwechslung ist nun einmal eine wesentliche Vorraussetzung des
Glücklichseins, und die gibt es in Utopia schwerlich. Das ist ein Fehler aller
konstruierten Gesellschaftssysteme, mögen sie der Wirklichkeit oder dem Reich
der Phantasie angehören. (Betrand Russel auf S. 530 des Buches Philosophie
des Abendlandes mit der ISBN
3880599653 als Schlussbemerkung zu einem interessanten Kapitel über Sir
Thomas Morus´ Utopia von 1518; wenn ich - ob - mir aber eine kritische
Anmerkung dazu erlauben darf: erstens, finde ich, kann es auch innerhalb eines
starren Systems durch immer existierende Freiräume und dadurch, dass wir uns
allein schon selber in permanenter Veränderung befinden, Abwechslung geben,
und zweitens frage ich mich, welche Alternative es zu den "fehlerhaften",
konstruierten Gesellschaftssystemen geben soll, da ich finde, dass man mit der
Verwendung des Ausdrucks "Fehler" dessen Verbesserungsfähigkeit andeutet und
ich diese hier nicht sehe; vielleicht hätte er sich einfach klarer ausdrücken
und sagen müssen, dass es ein Fehler von Gesellschaftssystemen ist, dass sie
sich zu wenig verändern)
"Demokratie kostet"
"Politiker bekommen zu viel Geld!". Das ist falsch, weil Politik durch
allgemein verbindliche Entscheidungen unser menschliches Zusammenleben regelt.
Demzufolge ist sie ungleich wertvoller als ein Plastikgerät zum Telefonieren.
Unsere Weigerung, der Politik für das Gemeinwohl möglichst viel Geld
bereitzustellen, ist im Grunde Ausdruck einer geringen Demokratiebereitschaft.
Peter Filzmaier in einem Kommentar im (Wiener) Falter, Ausg. 29/05 (Juli
05)
Meinung pro Souveränität in EU
"Praesident des Bundesverfassungsgerichts
kritisiert Entwicklung der EU ... 'Alles wird einemdynamischen Prozess
ueberantwortet', sagt er [Hans-Jürgen Papier] der ZEIT, 'dessenZiel oder
Endzustand im Dunkeln bleibt. Das ist ungut, das erregtUnbehagen bei den
Buergern. Wir muessen wieder einen Gleichklangherstellen zwischen dem
tatsaechlichen Integrationswillen derVoelker Europas und dem politischen Prozess
der Integration.' Nirgendwo funktionierten Demokratie und Schutz
vonFreiheitsrechten bislang besser, so Papier, 'als in den Grenzendes
rechtsstaatlich verfassten Nationalstaats'. Deshalb muesse eine substanzielle
nationale Souveraenitaet fortbestehen ... 'Wer alles harmonisieren will,
nivelliert alles und gefährdet die kulturelle Identität von Ländern und
Völkern.' Der Nationalstaat, sagt Di Fabio mit großem Nachdruck, sei für ihn
immer noch eine revolutionäre Idee, der Garant von Freiheit, Demokratie und
Vielfalt. Dessen modern gewordene Verteufelung mache er nicht mit." (Die Zeit,
25/05)
http://www.zeit.de/2005/25/Papier_2fdi_Fabio
Föderalismus
In den meisten heutigen politischen Systemen der westlichen Welt, herrscht
Prinzip der Gewaltenteilung (Teilung in Legislative, Judikative und Exekutive)
und räumlichen Dezentralisierung. Ein föderalistischer, souveräner Staat
gliedert sich Regionen, die wesentliche Entscheidungsbefugnisse haben. Die
beiden Maßnahmen Gewaltenteilung und Dezentralisierung sollen sicherstellen,
dass der Staat übermächtig wird und die Interessen der Individuen und Gruppen
nicht übergehen kann.
Vorteile der Dezentralisierung
„Bei räumlicher Dezentralisierung des Staatsaufbaus können die individuellen
Präferenzen besser geäußert und durchgesetzt werden.“ Der Föderalismus nützt
Eigenschaften des Wettbewerbsmechanismus und vertraut darauf, dass einzelnen
Anbieter öffentlicher Leistungen um die Individuen konkurrieren, da
sie nicht an
eine bestimmte Gebietseinheit und deren Leistungen gebunden sind.
(Dafür muss aber u.a. auch Bewegungsfreiheit zentral garantiert und dafür z.B.
Nationalismus vorgebeugt, "Beweglichkeit" gefördert werden - wie es ja in der EU
durch Anti-Diskriminierungsgesetze, Austauschprogramme wie Erasmus und Sokrates,
geschieht - etc., Anm. ob)
Ökonomische Theorie des Föderalismus (optimaler Zentralisierungsgrad)
Durch eine bundesstaatliche Vereinigung wird „Stärke nach außen“ vermittelt,
während durch eine regionale Dezentralisierung der Entscheidungen die „Freiheit
nach innen“ gefördert wird. Hier gilt es den optimalen Zentralisierungsgrad zu
erreichen, d.h. das „für die Bürger eines Landes günstigste Ausmaß an räumlicher
Gliederung.“ Zu beachten ist hierbei, dass durch Zentralisierung
Stabilisierungsmaßnahmen getroffen werden können, während Dezentralisierung
hilft Allokationsprobleme zu lösen. ...
Argumente für die Dezentralisierung
Die regionale Dezentralisierung bringt vier Vorteile, welche im folgenden
näher erläutert werden sollen.
Besseres Eingehen auf die individuellen Präferenzen ...
Argumente gegen die Dezentralisierung
Im Folgenden sollen sieben Argumente angeführt werden, die gegen eine
Dezentralisierung sprechen. ...
(Aus dem
Referat Föderalismus aus der Sicht der ökonomischen Theorie des Klubs,
das im Rahmen eines Kurses über die Theorie der Wirtschaftspolitik im WS04/05
gehalten wurde; wer Interesse am vollständigen Referat hat, der kontaktiere uns)
ZUM IMPERIALISMUS MIT WIRTSCHAFTLICHEN MITTELN (ERMÖGLICHT DURCH AUSNUTZUNG
WIRTSCHAFTLICHER UNGLEICHENTWICKLUNG) - (und drohenden Problemen und Spannungen
aus der Abhängigkeit), Titel ob
Zu Beginn der 1970er Jahre verteilten die großen Privatbanken ihre Öldollar
in Form von Krediten an Entwicklungsländer... Nach diesem Jahrzehnt änderte die
US-Regierung ihre Währungspolitik um gegen die Inflation anzukämpfen. Die
steigenden Zinsen hatten einen unmittelbaren Anstieg der Schulden zur Folge, 70%
davon waren mit variablen Zinsen vereinbart worden. ... So kam es zum
Teufelskreis: um die steigenden Schulden begleichen zu können, mussten die
südlichen Länder neue Kredite aufnehmen... (S 50) Die Weltbank und der
Weltwährungsfond waren mit der Mission gegründet worden, die Entwicklung der
kürzlich unabhängig gewordenen Länder zu fördern und um zur Stabilisierung der
Geldmärkte intervenieren zu können. Aber seit den 1980er Jahren haben sie sich
zu Eintreibern der Schulden der Armen mittels der Strukturanpassungspläne
gewandelt. Mit erdrückendem Bedarf an Liquidität konfrontiert haben die USA die
Aufgaben dieser Institutionen nach den Empfehlungen von John Williamson, bekannt
als "Washington Agreement", geändert. Die zehn Empfehlungen Williamsons lassen
sich in vier zentrale Punkte der strukturellen Anpassungspolitik zusammenfassen,
welche die Staaten, die Hilfe von der Weltbank und des Weltwährungsfonds in
Anspruch nehmen wollen, anwenden sollen: 1. die Märkte öffnen (was die armen
Länder immer mit einer Erhöhung der Importe zum Schaden der lokalen Produktion
und der Exporte bezahlen); 2. Reduktion des Budgetdefizits (was sich im Abbau
von öffentlichen Dienstleistungen äußert: Bildung, Gesundheit, Subvention von
lebensnotwendigen Produkten, etc.); 3. Privatisierung der öffentlichen
Unternehmen (was zu einer Kontrolle der wichtigsten produktiven Sektoren durch
multinationale [Unternehmen] führt); und, schließlich, 4. Reduktion der
Beamtenzahl (was den Staatsapparat schwächt). Diese Politiken der Weltbank und
des Weltwährungsfonds haben sich nicht nur als äußerst brutal für den sozialen
Körper erwiesen (Erhöhung der Arbeitslosenzahl, der Armut, Beschädigung des
Bildungs- und Gesundheitswesens mit desaströsen Effekten für die Entwicklung der
jungen Generationen), sondern auch als unsinnig im ökonomischen Sinne. Heute
regulieren diese Institutionen nichts mehr. (S 47) Derzeit beträgt die
Außenverschuldung der armen Länder mehr als 2 Milliarden Dollar. Diese Zahl ist
zwar beträchtlich für diese Länder, im Vergleich mit der gesamten, weltweiten
Außenverschuldung (45 Milliarden Dollar), von der sie nur ungefähr 5% ausmacht,
jedoch nicht so hoch. Die Außenverschuldung der USA, die mehr als 500 000
Millionen Dollar beträgt ist gleich hoch wie die gesamten Bruttoschulden der 11
primären Schuldner Lateinamerikas... [Die USA] beziehen fast 80% der weltweiten
Ersparnisse und leben somit gewissermaßen auf/vom Kredit, auf Kosten aller
Völker des Planeten. ... 2001 exportierten sie im Wert von 721 000 Millionen
Dollar und importierten 1 Milliarde 147 000 Millionen Dollar, fast 60% mehr also
(?? wären das nicht mehr als 60%?, Anm. des Übersetzers ob). Bis 2000
konnten sie dieses Defizit durch den Zustrom ausländischer (vor allem
europäischer, russischer und asiatischer [woher sollten sie denn auch sonst
stammen? Nachdem es heute - laut einem von mir belegten Kurs über Internationale
Wirtschaft - 3 Wirtschaftsgroßmächte - Imperien - gibt, nämlich die USA,
die EU und Japan bzw. dessen nahes Umfeld..., Anm. des Übersetzers ob)])
Kapitalien decken. Aber die sukzessiven Finanzkrisen, das Platzen der globalen,
finanziellen Seifenblase in Verbindung mit der Entwicklung der net-economy
verschärften die Situation. Alle Kapitalquellen, die die Vereinigten Staaten
bewässert haben, sind heute am versiegen. (S 51) ... | Ein einziger Wert,
nämlich der des Geldes, verwandelt sich in den Beherrscher (?) aller Aspekte
menschlicher Beziehungen. (S 55) ... (Aus: El imperio frente
a la diversidad del mundo von Sami Nair; mehr oder weniger frei übersetzt
von ob - die sprachlichen Schwierigkeiten oder inhaltlichen Unklarheiten
sind also nicht dem Autor zuzuschreiben!; die Seitenangaben beziehen sich auf
die Ausgabe mit der ISBN 8497933877)
Verweis auf diese Textstelle auch bei den Themen Kapitalismus und USA
Föderalismus
ZU VIEL DES KLEINEN
Von Hansjörg B. und Michel S.
Eine zentrale Schwäche des Schweizer Föderalismus liegt darin, dass die
politischen Entscheidungsräume mit den tatsächlichen Lebensräumen nicht mehr
übereinstimmen. Die Schweiz ist extrem dezentralisiert und ausserordentlich
kleinräumig. Dies führt zu dem, was Föderalismus verhindern sollte:
Zentralisierung von Macht und überbordende Umverteilung.
►
http://www.weltwoche.ch/artikel/?AssetID=9737
Ein zum Thema Kulturraum Stadt passender Auszug daraus:
"Eine nachhaltige Standortentwicklung ist heute in der Schweiz kaum möglich. Je
stärker ein Land fragmentiert ist und je kleiner die wirtschaftspolitisch
relevanten Regionen sind, desto grösser ist die Gefahr, dass
Agglomerationsvorteile verpasst werden. Die Fragmentierung sichert zwar ein
ausgeglichenes Wachstum im ganzen Land. Insgesamt hemmen aber fehlende
Grössenvorteile das gesamtwirtschaftliche Wachstum. Städte mit einer bestimmten
Grösse sind jedoch die Treibhäuser der Volkswirtschaft. Innovative Milieus
entstehen weltweit praktisch ausschliesslich in einem urbanen Umfeld. Für eine
stärkere Verdichtung und effektivere Agglomerationsbildung, die ökologisch wie
auch ökonomisch Sinn ergibt, brauchte es einen politischen Konsens, eine Art
urbane Wachstumskoalition, die sich für die metropolitanen Räume einsetzt."
(Hansjörg Blöchliger, Ökonom, Leiter Struktur-analysen und Benchmarking, BAK
Basel Economics. Von ihm erscheint demnächst eine Publikation mit Avenir Suisse:
Baustelle Föderalismus. Verlag NZZ. 416 S., Fr. 48.–
Michel Schneider ist Projektleiter bei Avenir Suisse.
Literatur:
Uwe Wagschal, Hans Rentsch, Avenir Suisse (Hg.):
Der Preis des Föderalismus. O. Füssli. 419 S., Fr. 59.–
Verein Metropole Schweiz:
Die Schweiz muss neu eingeteilt werden.)
(Textstelle auch angebracht beim Thema Kultur[-raum Stadt])
ZUM GOTTESBEZUG IN DER VERFASSUNG: ...Wenn sie die Religionen wenigstens in
den Plural gesetzt hätten beim Verfassungsentwurf ... Sie geben also keine Ruhe,
die Religiösen, damit es in der Türkei ja nicht hinnehmbar werden wird, sich der
EU anzuschließen. Die Fundamentalisten dort den Fall übernehmen. Denn alle, die
den Eurovisionssongcontest sahen aus Istanbul, wie sie sich freuten, dabei sein
zu dürfen, bei der westlichen Welt, später schlafen gehen zu dürfen, weil die
Sonne erst später untergeht dorten. Und wer da keine Tränen in den Augen hatte,
das ist ein Religiösy. Es sind Scharfmacher im Schafpelz, die religiös
Inspirierten in der Verfassung. Die ganze Welt ist dem Paulus gekreuzigt. Und er
selber auch. Sie schlachten das arme, neurotische Jesulein aus mit Haut und
Haar. Ein starkes Europa, religiös inspiriert, bedeutet das dann ein schwaches
Afrika, nur zum Beispiel?
Einleitung zu Phettbergs Predigtdienst Nr. 615 vom 5.7.2004
ÜBER GRENZEN: Früher war es ein Privileg der Mächtigen, Grenzen zu
überschreiten... Grenzen haben auch Schutzfunktion... Manchmal ist es humaner,
Grenzen aufrechtzuerhalten und sich über die Grenze hinweg die Hand zu reichen,
als eine Grenze niederzureißen und sich einen anderen einzuverleiben. (~
Philosoph Konrad Paul Liesmann am Forum Alpbach in Tirol, im August 2004; laut
Radiobericht darüber und ob´s Niederschrift gleich darauf)
(weltwoche.ch) Sie sind bekennender Fan des Föderalismus. ... (Bruno S. Frey,
schweizer Ökonom) Ich bin grundsätzlich für möglichst viel Diversität. ... (weltwoche.ch)
Wir behaupten: In der direkten Demokratie können Interessengruppen, die etwas zu
verlieren haben, jede Reform blockieren. (Bruno S. Frey, schweizer Ökonom)
Interessengruppen blockieren viel – das stimmt. Doch wo sind sie stärker? In der
direkten Demokratie müssen sie immer mit dem ganzen Volk rechnen. Zynisch
formuliert: Es ist viel billiger, sich in parlamentarischen Demokratien wie
Deutschland die Stimmen von 100 Parlamentariern zu kaufen als die der ganzen
Bevölkerung. (weltwoche.ch) Direkte Demokratie ist langsam, ineffizient. (Bruno
S. Frey, schweizer Ökonom) Der Prozess ist wirklich schwerfällig, und bei uns
reden die Politiker auch nicht so elegant wie in Deutschland oder Frankreich.
Alles geht seinen langsamen Weg, doch dafür ist die Entwicklung stabil und
allgemein akzeptiert – gerade weil so viele Leute beteiligt sind. Deshalb ist
auch die Steuermoral der Schweizer wesentlich höher als in anderen Ländern. Das
haben wir empirisch untersucht. Die Leute haben nicht das Gefühl, dass der Staat
ein Feind ist, der ihnen das Geld für irgendeinen Unsinn aus der Tasche zieht,
sondern sie können selber mitbestimmen. (Aus einem Interview in weltwoche.ch,
Ausgabe 31/04)
Ein FPÖler (man glaubt es kaum: will die FPÖ nun einen auf
intellektuell/spirituell machen?) hat heute einen Politiker metaphorisch mit
einem Schafhirten verglichen, wobei ein guter Hirt jener sei, der ein Schaf
schert, ihm aber nicht das Fell über die Ohren zieht. (Gleich darauf wurde aber
erwähnt, dass ich die FPÖ nun wieder vermehrt auf ihre alten, populistischen
Themen besinnt: Sicherheit und Ausländer - das Spiel mit menschlichen Trieben
[Überlebensinstinkt, Angst vor dem/n! Unbekannten in diesem Fall, etc.] also
wiedereinmal; ob, 15.9.04)
reformen kommen fast immer von den benachteiligten. (~ zitat)
aus der faz (frankfurter allgemeine zeitung), titel von ob hinzugefügt
...vermählt auf 800 Seiten den magischen Realismus der Südamerikaner und den
sozialistischen der ehemaligen halben Welt... ein paar schöne Aphorismen wider
dezentralisierte, postmoderne, zerstreute Antiglobalisierer-Verniedlichung des
Politischen liefert er außerdem - "machen wir uns nichts vor: staatspolitik
ist militärpolitik, kulturpolitik ist wirtschaftspolitik, bürgerinitiativen
sind pipifax". Darauf einen Noam Chomsky. (Aus einer Rezension zum Buch
"legende" von Schernikau in der FAZ vom 21.7.04)
ZUM THEMA POLITISCHER KONSTRUKTIVISMUS PASSEND BZW. EINE RECHTFERTIGUNG FÜR
POLITISCHE VIELFALT
Richard Rorty ist der gefährlichste Denker von allen, die in den letzten
Jahren China besucht haben. Solche Besuche von Philosophen haben mittlerweile
wieder Tradition... Vor diesen Meisterdenkern hat die Partei keine Angst mehr.
Habermas etwa kam, wurde wir ein Popstar gefeiert - und wieder vergessen.
...Vortrag mit dem Titel "Gefangen zwischen Kant und Dewey - Die gegenwärtige
Situation der Moralphilosophie". Darin kritisierte er speziell Kants Versuch,
mittels der Vernunft allgemeingültige Moralprinzipien zu begründen. Über zeigt
sich Rorty skeptisch gegenüber universale Prinzipien, seien sie nun bewiesen
durch Platons Ideenlehre, durch Thomas von Aquins Gott oder durch Kants
Vernunft. Denn für Rorty gibt es keine metaphysisch sichere Wahrheit, schon
die Suche nach ihr sei überhaupt ein Irrweg. Aufgabe der Philosophen sei
vielmehr, Menschen in ihrer Fähigkeit zur Phantasie zu bestärken, nicht ihnen
vorzuschreiben, dass sie zwischen Wahrem und Falschem zu wählen haben. Man
könne nur darauf hoffen, dass sich die Menschen, sei es durch Erziehung oder
Erfahrung, für die bessere von zwei Möglichkeiten entscheiden würden. Mit
diesen Sätzen wischte Rorty nicht nur Platon, Thomas von Aquin und Kant weg,
sondern auch die geistigen Errungenschaften der Chinesen aus den vergangenen
beiden Jahrzehnten. Denn sie basieren allein auf Kants Vernunfttheorie. Kant
hatte in China zunächst ein unglückliches Schicksal. Die "Kritik der reinen
Vernunft" wurde zwar schon 1931 übersetzt, aber wegen der schlechten
Übersetzung kaum gelesen. Nach 1949 dominierte in China dann die Hegelsche
Philosophie. Umso stärker aber fiel Kants Comeback Anfang der achtziger Jahre
aus. Und ironischerweise hing es ausgerechnet mit einem pragmatischen Spruch
Deng Xiaopings zusammen: "Praxis ist das Kriterium zur Überprüfung der
Wahrheit." Deng wollte mit diesem Wahrheitskriterium nur seinen neuen
Reformkurs legitimieren. ... Prompt wichen die Intellektuellen auf Kants
Vernunftbegriff aus, mit dem sie zu beweisen suchten, dass Demokratie und
Freiheit die wahren universal gültigen Werte sind. ... Am Sonntag musste er (Rorty,
Anm. ob) resigniert feststellen, dass selbst sein Schüler Huang Yong, der
einzige unter den Teilnehmern, der alle seine Bücher und Aufsätze gelesen
hatte, am Ende doch in der Tradition Kants stehe. Und Chen Jiaying, der
Übersetzer von Heideggers "Sein und Zeit", stellte fest, dass er nicht
verstanden habe, warum er Rortys Pragmatismus seinen Studenten beibringen
sollte. Zur Ehrenrettung (?, Anm. ob) der Chinesen muss man sagen, dass das
Nichtverstehen auf Gegenseitigkeit beruhte. Rorty wehrte alle Fragen nach
etwaigen Beziehungen des Pragmatismus zur chinesischen Philosophie mit dem
Argument ab, dass er von letzterer zuwenig wisse. Vielleicht muss man nicht
wissen, dass Konfuzius der Vater des Pragmatismus ist. Aber drei Wochen in
China sollten lang genug sein, um ein Gespür dafür zu bekommen, wie
pragmatisch die Chinesen sind. Deshalb dürfte sich die Bombe, die Rorty in
Shanghai gezündet hat, am Ende als Blindgänger erweisen. (Zhou D. in der FAZ
vom 21.7.04)
ZU PHILOSOPHISCHEN GRUNDLAGEN FÜR UNSER POLITISCHES- UND WIRTSCHAFTSSYSTEM
BZW. WIDER POLITISCHE (SYSTEM-)WIDERSPRÜCHE ZWISCHEN EUROPA UND DEN USA
...die kulturelle Identität Europas... Diese beruhe auf "den
Wertvorstellungen der meisten seiner Bürger und auf einem Wirtschafts- und
Gesellschaftsmodell..., das sich in einem überparteilichen Sinne als
sozialdemokratisch bezeichnen lassen und sich erheblich vom Liberalismus
angelsächsischer und amerikanischer Prägung" unterscheide. Dieser
vermeintliche Gegensatz lässt sich allerdings nur dann konstruieren, wenn man
dem Prinzip der selektiven Wahrnehmung Sukkurs erweist und den Verstand dem
Gefühl opfert. Zunächst ist darauf zu verweisen, dass sich die Verfassung der
Vereinigten Staaten in einem entscheidenden Maße dem Ordnungsgedanken des
Franzosen Montesquieu und des Engländers Locke verdankt. Auch die berühmten "Federalist
Papers" lassen sich kaum in einem antieuropäischen Horizont interpretieren.
...auch die heutige politische Landschaft mit einem Lockeschen Ton gestimmt...
In wie starkem Maße es eine kulturelle Kongruenz zwischen den Vereinigten
Staaten und Europa gibt, darauf hat mit Nachdruck auch Arthur Koestler
hingewiesen. ... (in: "Amerika und der europäische Geist", Wien 1951...) Was
die Wirtschaftsordnung anlangt, so steht sowohl Europa als auch in den
Vereinigten Staaten ein sozialinterventionistischer Flügel einem extrem
marktwirtschaftlich ausgerichteten gegenüber. Dabei wird man kaum behaupten
können, dass der linksliberale Sozialstaatsbefürworter John Kenneth Galbraith
weniger amerikanisch denkt als die beiden aus Wien stammenden Ultraliberalen
Friedrich August von Hayek und Ludwig von Mises. ...diese herausragenden
Vertreter der Chicago School können auch auf europäische Vorläufer verweisen.
Zu ihnen zählen ohne Zweifel die beiden Franzosen Jean Baptiste Say und
Frédéric Bastiat. ...auch Neokonservatismus der Vereinigten Staaten ...
Anregungen ...aus Europa empfangen... Seine Repräsentanten geben sich als
Anhänger des Iren Edmund Burke zu erkennen. Des weiteren beruft sich der
deutschstämmige Peter Viereck auf Metternich. Bevor man also einen
unüberwindbaren Kulturwiderspruch zwischen den Vereinigten Staaten und Europa
konstatiert, sollte ihre tief eingewurzelte Wertegemeinschaft erkannt sein.
(Prof. Dr. Johann B. M., Stuttgart, in der FAZ vom 21.7.04)
...die Muslime (= die sich Allah unterwerfen)... Der noch junge Islam
(> Autorität, Anm. ob) hatte ein mitreißende Überzeugungskraft, weil er
nicht nur die in Stammesfehden zerrissenen Völker zu vereinigen mochte, indem
sie sich alle Allah unterwarfen, sondern zugleich eine soziale Regelung ihres
Zusammenlebens förderte. ... Die Beschränkung auf diese eine Sprache und
zugleich "Offenheit" (> Anführungszeichen von ob hinzugefügt) gegenüber allen
Erscheinungen der Welt angesichts der Unendlichkeit Allahs inspirierte dazu, die
schriftlichen Quellen anderer Sprachen und die Weisheiten anderer Kulturen ins
Arabische zu übersetzen (> bzw. den eigenen Ansichten entsprechend zu
interpretieren?, Anm. ob) ... verleiteten dazu, im Hinblick auf das Universelle
weiterzuforschen (> Universelles gibt es ja wahrscheinlich wirklich, wie z.B.
die Schwerkraft etc., allerdings sollte man aufpassen, die Wissenschaftlichkeit
nicht aus den Augen zu verlieren bzw. die Ziele bzw. Nutzung des als universell
gültig Entdeckten zu bedenken bzw. wohin bzw. wozu man forscht; so mag z.B. die
amerikanische Autorität es als Wahrheit sehen und darstellen und universell,
missionarisch anwenden bzw. verbreiten, dass es gut ist, möglichst viel
konformistisch zu arbeiten, Anm. ob) ... (Textstellen, die meiner Ansicht nach
die menschlich natürliche Unterwerfung unter Autoritäten und die
vereinheitlichende, aber auch konfliktreduzierende Wirkung von Autoritäten
aufzeigen, aus dem Buch ISBN 3770134583, S 12 u. 13; die Überwindung von
Unterschieden anhand einer übergeordneten Autorität - allerdings vom Menschen
bewusst künstlich geschaffen und nicht als übernatürlich existent angenommen
bzw. nur gedanklich vorhanden, wie z.B. ein Gott oder religiöse Gesetze - und
folgliche Vermeidung von Konflikten bzw. Anarchie ist ja auch die Idee des
Staates, thematisiert u.a. im Roman "Lord of the Flies", welcher mir nach
Ansehen einer dessen Verfilmungen allerdings etwas ideologisch erscheint, da die
Rettung aus der "Anarchie" und der Sieg des "Guten" am Ende in Form einer
[militärischen] US-Autorität daherkommt - welche den Staat symbolisieren soll -
und welche zumindest für mich bis jetzt nicht gerade als Vorbild dienen kann in
Anbetracht der missionarischen, pseudo-universellen Politik der Autorität der
USA, welche mehr Konflikte zu schaffen als zu lösen scheint; Anm. ob)
Entre sus objetivos en las formas de gobernar está "ser un buen demócrata: no
manipular, no mentir, escuchar, entenderse, respetar". Zapatero ha asegurado que
él estaba convencido desde hace tiempo de que iba a ganar porque, "más allá del
cabreo de los ciudadanos con el PP, de que se sientan progresistas, quieren ver
a gente humilde, normal. Por eso ayer dije: 'El poder no me va a cambiar'". (Zapatero,
spanischer Politiker, bzw. El Pais im März 2004)
Buñuel, que sentía horrora las multitudes, no concebía la soledad como un
bien, sino como una farsa del bien y pensaba que las ideologías y las religiones
no eran sino disfraces de intereses puramente egositas. En esta película el
director aragonés desarrolló éstas y otras de sus premisas antisociales.
El film es una alegoríaimaginativa sobre el carácter del hombre, representado
aquí por los dirigentes de una sociedad cuyo desafavorecedor retrato niega la
misma sociedad, desde el ejército a la iglesia. Todo comienza cuando los
inivitados a una fiesta de alta burguesía no pueden abandonar el salón.
Simplemente, tienen miedo a salir. Mediante este planteamiento, Buñuel
desenmascara los instintos e intenciones encubiertos por una imagen de urbanidad
dejando a la vista el grado de egoismo e incomunicación en toda la sociedad. (In
einer Kritik zum Film EL ÁNGEL EXTERMINADOR von Buñuel auf ofertadvd.com,
entdeckt 3/04)
Empfehlungen:
HalliburtonWatch.org is a project ... working to stop corporate threats to
democracy. (Von Michael Moore auf seiner Homepage im Juli 04 empfohlen)
Von
MitdenkerInnen zu diesem Thema neu Erdachtes bzw. Entdecktes
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