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Siehe auch: meine Internetmanifeste
INTERNET = MÖGLICHERWEISE ERSATZHANDLUNG
Vielleicht sollte man sich ab und zu (bei regelmäßigem, freiwilligen und/oder übermäßigem) Internetkonsum Abstand davon gönnen, um zu sehen, ob es sich beim Internetsurfen möglicherweise um eine Ersatzhandlung (= Sucht?) handelt.
21.9.04
ZU INTERNETZENSUR
Geschrieben an einen Forumsnutzer (dessen hp: http://www.rninet.de/bguenter/):
meiner meinung nach ist (bei der free-online-speech campaign, nachträgl. anm.)
zu wenig klar hingewiesen, gegen welche art von zensur sie sind. für mich
jedenfalls ist es nicht klar erkenntlich und ich bin nicht allgemein gegen
zensur (man denke an die ganze pornoindustrie und dortige vorgänge) und für eine
freie meinungsäußerung nach amerikanischem vorbild bin ich nicht (wo man
öffentlich auf ausländer schimpfen kann, etc.). man sollte kritikziele genauer
definieren und z.b. für möglichkeit zur system- oder politikkritischen äußerung
eintreten (weil es hier schlicht und einfach unterschiedliche ansichten gibt)
und nicht allgemein für die freiheit, alles sagen zu können. dennoch finde ich
das deutsche internetgesetz, dass man sich von allen links ausdrücklich
distanzieren muss, schlichtweg lächerlich und lästig. wer kann bzw. will schon
regelmäßig alle links nachkontrollieren (und domains werden ja bekanntlich zu
zeiten verkauft) und wie bzw. mit welcher begründung (wie nachweisen, dass
bewusst auf gewisse inhalte verlinkt?) soll man jemanden bestrafen, dem es
einmal passiert, auf etwas ungesetzliches zu verlinken. deshalb finde ich deine
anmerkung dazu ("Some paragraph riders in Germany (and also in the USA) have
decided that obviously some extra bandwidth is needed for useless text to
indicate that everybody distances himself from controversial links.") gut und du
bist die erste internetseite, wo ich sehe, dass dieses gesetz nicht "blindlings"
befolgt wird ("on the duty of civil disobedience"! anstößiges/thoreau - wär
vielleicht was für deine buchtipps...).
11.6.04
Bei staatlicher/autoritärer Kontrolle (Zensur), zumindest bzw. v.a. von nicht-kommerziellen Inhalten, stellt sich die Frage: wie soll das Internet noch ein demokratie-, Reflexion, Kreativität, Pluralität etc. förderndes Medium darstellen, wenn eine Autorität (v.a. politische) Inhalte kontrolliert?
FÜR MEDIENVIELFALT
Man vergesse nicht, dass u.a. die Nazis das Hören ausländischer Sender verboten hatten. Somit kann es für das Individuum, das sich nicht gerne steuern (bevormunden) lässt, nicht schlecht sein, sich aus unterschiedlichen Quellen zu stimulieren (Informationen entstehen ja erst durch die kognitive Verarbeitung, Anm.).
25.2.04
AUSGEWOGENE COMPUTERNUTZUNG?
Zur Förderung einer ausgewogenen Computernutzung sollte man sich öfters daraufhin beobachten, ob man (noch) selber den Computer steuert¹ oder ob man überwiegend gesteuert wird².
¹ bzw. nutzt, ² bei der Internetnutzung z.B. von den Anbietern von Inhalten im Internet, auch wenn einen nicht alle unbedingt ausnutzen wollen, so muss man doch bedenken dass einen die meisten zu ihren Gunsten steuern wollen - warum sollten sie sonst die Kosten der Bereitstellung von Inhalten auf sich nehmen? Und wenn man sich unnötig viel steuern lässt, dann wird man mit der Zeit mehr gesteuert als dass es sich um eine ausgewogene Transaktion handelt (Aufwand, z.B. für Suche <-> Ertrag, z.B. durch Annahme eines Angebots).
18.2.04
FREIER INTERNETZUGANG HAT ANTIAUTORIÄRE
(REGIMEBEDROHENDE), GAR ANARCHISMUS FÖRDERNDE WIRKUNG?
Ich glaube, dass durch die vielen konträren und schwer auf die Qualität des
Inhalts hin überprüfbaren Informationen im Internet kritische und kreative
Menschen mit Schaffenspotential (andere verfallen durch den
Informationsüberfluss ohnehin sogleich in Perplexität und schaffen es nicht, die
verfügbaren Informationen auch "offline" anzuwenden/in die Tat umzusetzen oder
sie beschränken ihren "Konsum" auf banale Inhalte und lassen sich berieseln und
zerstreuen) eher zerstreut werden bzw. wieder vermehrt auf Offline-Informationen
zurückgreifen, auf "Unterweisung" durch ein menschliches Gegenüber, von dem man
mehr oder weniger den Charakter und die Intelligenz ausfindig machen und somit
ein gewisses Vertrauen in die Qualität seiner Informationen (hinsichtlich der
Einsetzbarkeit, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen) und auch in seine Absichten
haben kann.
Aber bitte, vielleicht ist ja meine Ansicht unwissend und simplifizierend und es
kann mir jemand eine Internetpräsenz mit kritischen Inhalten, die auch
ernstzunehmende, politische Alternativen aufzeigt und noch dazu fähig ist, Leute
zu mobilisieren und damit diese Alternativen auch in die Tat umzusetzen,
aufzeigen (abgesehen von der Internetpräsenz der Denker natürlich) und mich
damit das "subversive" Potential des Internet erkennen lassen!
(Geschrieben anlässlich des Lesens eines Berichts über die Zensurversuche oder
Verbote von der Internetnutzung in Ländern mit autoritären Regimen).
17.2.04
COMPUTERSPIELE (Meinung von Oberdenker)
Zuerst freut man sich vor auf ein Computerspiel. Dann genießt man die ersten
Minuten oder gar nur Sekunden des Spiels, bevor man von den vielen Reizen völlig
vereinnahmt und absorbiert wird, quasi nichts mehr mitbekommt. Am Ende des
Spiels hat man die Schwierigkeit, aufzuhören, danach ist man fertig von der
Anstrengung und frustriert, weil man es lassen hat müssen und nun wieder vor den
immer noch vorhandenen oder während des Spiels neu angestauten Problemen steht.
Man sollte sich also selbst vor der Verführung eines Computerspieles schützen,
es sei denn, man verfügt über ausreichend Zeit, um für ein paar wenige
Glücksgefühle (welche wahrscheinlich durch bessere, weil wahrere, aus der
Realität selbst und nicht nur einer Projektion der Realität entstehende, ersetzt
werden könnten) viel Zeit unvermeidbar zusätzlich zu verschwenden (weil wer hat
schon den Willen, das Spiel nach Genießen der Vorfreude und den ersten,
freudigen Spielmomenten gleich nach Beginn des Spiels schon wieder zu beenden,
was wahrscheinlich das "effektivste" wäre...).
15.3.03
Vereinheitlichung
Da Massenmedien (und wahrscheinlich kann man dies für alle Massenproduktionen sagen, vor allem für die geistigen) eine große Zahl an Menschen erreichen wollen, können sie hauptsächlich die Gemeinsamkeiten dieser Menschen ansprechen, weshalb an individuellem Wert* nicht mehr viel übrigbleibt**. Damit fördern sie Vereinheitlichung, und dass diese weder für das Individuum noch für die Gesellschaft (zumindest langfristig) positiv ist, das lehrt die Geschichte.
Anmerkungen:
* Zumindest für Personen, die etwas Selbstbestimmung, Unabhängigkeit und
Eigenständigkeit schätzen.
** Weil ja nur der Teil der eigenen Person angesprochen wird, den man mit
anderen Personen "gleich" oder zumindest ähnlich hat oder diese
Gemeinsamkeiten werden von den Medien überhaupt nur eingeredet oder künstlich
geschaffen; es ist relativ unwahrscheinlich, dass Massenmedien das Individuelle
und damit eigenständige fördern, weil sie ja gerade von der Masse profitieren.
Gehirnlahmlegende Tätigkeiten
Wenn gehirnlahmlegende Tätigkeiten (wie banale TV-Shows, Computerspiele, zielloses Surfen im Internet; meist von anderen gebotene Unterhaltung) in immer kürzeren Abständen NÖTIG sind (erkenntlich für jene, die diese nicht dauernd durchführen und erkennen, dass ihnen dadurch aber „etwas nicht passt“ bzw. sie nicht mehr [dazu-]passen) und weniger der Unterhaltung als vielmehr der Befriedigung eines Bedarfs dienen (Suchtverhalten), so sollte man sich auch irgendwann einmal fragen, was diese Tätigkeiten eigentlich BEDINGT, und ob sie es wert sind, die Ursache (falls man diese als negativ erkennt, sobald man merkt, dass man sie nur durch die „Gegenleistung“ der gehirnlahmlegenden Tätigkeiten „aushält“) „in Kauf zu nehmen“ oder ob diese die Ursache zumindest kompensieren.
Soll das AKTIVE Denken nur eine selbstlose Tätigkeit sein in der Form von Leistung an andere, meist völlig unbekannte Personen in einem abstrakten System mit schwer erkenntlicher, direkter Gegenleistung, z.B. als AUSzubildender oder auch in der Form, die nötige zerstreuende Unterhaltung anzubieten?
Anmerkung: Als Gegenteil von „für andere“ Denken sehe ich keineswegs nur das „für mich“ Denken, außer in „überlebenstechnischer“ Hinsicht, wobei ich auch hier das materielle Ergebnis (Ertrag) – und eben auch den geistigen „Ertrag“ – mit anderen, mir selbst liebgewonnenen und in direkter Beziehung mit mir stehenden Personen gerne teile.
Aus „technischer“ Sicht ist es auch schwer vorstellbar, ausschließlich für sich allein befriedigend zu denken. Selbst wenn es dazu eine „Technik“ geben würde, so würde es auf Dauer in die Einsamkeit führen, und ich glaube, der Mensch ist von den natürlichen Gegebenheiten her (zumindest noch) von einem Teil „Selbstlosigkeit“ (dem Geben an andere und auch Nehmen von anderen, vor allem eben jenen, mit denen er [gerne] in persönlicher Beziehung steht) abhängig (sowohl geistig als auch materiell).
9.12.02
Auszug: "Nichts gegen leichte Unterhaltung: aber Alternativen (Unterhaltung ist relativ! Geschmäcker sind verschieden!) müssen geboten werden." (Überschrift = Link!)
Zerstreuung
Zerstreuung hat nicht „nur“ den „Vorteil“ des „Abschaltens“ (vorübergehendes Vergessen oder gänzliches Verdrängen von Problemen, Konflikten), sondern auch u.a. den Nachteil des Übersehens der eigenen Bedürfnisse, Wünsche (anderen zuhören anstatt sich selbst). 16.12.02
benebelung
Weil die Menschen die natürlichen Gegebenheiten und Wahrheiten durch die immer künstlicher und positiv überspielte Welt (vermittelt besonders durch Medien und nutzlose, oberflächliche Information) nicht mehr richtig wahrnehmen, schaffen sie sich durch die Benebelung selbst unnötige Probleme (durch unüberlegtes Handeln, welches sie als nicht-relevant empfinden) und vergessen darauf (oder wissen nicht, wie) das beste aus dem gegebenen Spielraum im Leben zu machen.
Computerkultur?
Wie kann man Vertrauen haben in eine in einer – im Vergleich zur Menschheitsgeschichte – so kurzen Zeit entstandenen Computerkultur bzw. soviel Zeit damit „vergeuden“(?)?
Komplexe
Information
Auch wenn den Informationen oft der Inhalt oder Fakten fehlen: durch ihre Verfügbarkeit und Verbreitung tun sich Mächtige trotzdem schwerer, einem ihre einseitigen und subjektiven Ideen "einzupflanzen".