|
Zu den Themen Kunst und Kulturneu entdeckt bzw. erdacht: |
Ad "zivilisiertes" Verhaltenaus biopsychologischer (humanethologischer) Sicht Vorprogrammierungen, die, kulturell gefördert, für das Zusammenleben vorteilhaft sind Im folgenden Teil wird gezeigt, daß sich soziale Verhaltensdispositionen kulturell dazu nützen lassen, die Kategorisierung von Artgenossen in Gruppenangehörige und Gruppenfremde zumindest teilweise zu überwinden. Die Erweiterung der Kategorie "soziale Gruppe / Stamm" kann wahrscheinlich nur dann zweckmäßig funktionieren, wenn das, was innerhalb des Stammes erwünscht ist, kulturell auch Nachbarstämmen gegenüber praktiziert wird, die zum erweiterten Machtbereich gehören. Das gilt für die Erweiterung bis hin zum Staat: Soziales und sozial attraktives Verhalten, das sich innerhalb des persönlich bekannten Umfeldes stammesgeschichtlich bewährt hat, wird als kollektiver Wert kulturell durch Religionen, Ethik und Gesetze auch Unbekannten gegenüber gefordert. Zu diesen ethischen Errungenschaften gibt es in allen Hochkulturen Beispiele für konvergente kulturelle Entwicklungen (z.B. der Inhalt der Zehn Gebote). Viele kulturelle Normen sind wahrscheinlich das Ergebnis von Reflexionen über Reziprozität und Gerechtigkeit, aber auch von Einsicht in die Bedürfnisse der erweiterten Gruppe. Ein Beispiel dafür ist die goldene Regel, die wahrscheinlich mehrmals unabhängig in der Kulturgeschichte erdacht wurde, von Propheten des alten Testamentes ebenso wie von Konfuzius und Buddha (siehe Fußnoten 1 und 2). Wahrscheinlich ist sie so alt wie die menschliche Sprache, und wahrscheinlich gibt es entsprechende Inhalte, seitdem Aspekte der Perspektivenübernahme verbalisiert werden konnten. Diese kulturellen sozialen Regulative waren und sind einer kulturgeschichtlichen Bewährungsprobe ausgesetzt. Davon sind viele Bereiche der Kultur betroffen. Es bestehen sogar mehr oder minder zweckmäßige Bezüge zwischen dem Spielraum der Freiheit in der Kunst auf der einen Seite und der Natur des Menschen auf der anderen Seite: In allen Kulturen und in allen sozialen Nischen werden Intensität und Häufigkeit von Stimmungsqualitäten durch Wohnkultur, verschiedene Arten von Kunst, Riten und Festen etc. beeinflußt. ... (1) z.B. Moses: Liebe deinen nächsten, wie dich selbst. Hillel: Was dir
selbst unlieb ist, das füg keinem andern zu. Matthäus (7.12): Alles nun, was
ihr wollt, daß es euch die Menschen tun, das sollt auch ihr ihnen tun.
Leviticus (19.34): Wie ein Einheimischer aus eurer Mitte gelte euch der
Fremdling. Buddha: ... nirgends habe ich etwas gefunden, das dem Menschen
teurer ist als sein eigenes Ich. Da nun den anderen auch ihr Ich lieb ist,
darf, wer sein eigenes Wohl wünscht, keinem anderen ein Leid zufügen.
Konfuzius: Sich darauf verstehen, das [einem selbst] Nahe als Beispiel [für
das Verhalten gegenüber anderen] zu nehmen, das kann als Methode der
Menschlichkeit gelten. Der konfuzianistische Song-Kanzler Wang Anshi
[1021-1086] hat vorgeschlagen, die goldene Regel auch in der Außenpolitik
anzuwenden. Aus: Biologie und Kultur. Zu den biologischen Bedingungen von
Determination und Freiraum in der Kultur von Gerhard Medicus, erschienen
in Irenäus Eibl-Eibesfeldt: Zu Person und Werk von Ch. Sütterlin und F.
Salter (Hrsg), 2001, ISBN
3361345410, S. 241f.
Pro Großstadt (bzw. -gesellschaft)Ansichten und Ideen eines (bekannten) Verhaltensforschers. ...14. Da eine Rückkehr zur Kleingesellschaft weder wünschenswert noch möglich ist, müssen wir uns kulturell an die neuen Lebensbedingungen der Großstadt anpassen. Unsere angeborenen Verhaltensdispositionen müssen dabei in Rechnung gestellt werden. (Im folgenden nennt er Möglichkeiten zur Milderung der aus zwischenmenschlichem Misstrauen, der "naturfremden" Umwelt und der modernen Lebensweise erwachsenden Belastung wie z.B. städtebauliche Maßnahmen oder Kunst, Anm.) S. 233ff. in: „Wider die Mißtrauensgesellschaft“ von Irenäus Eibl-Eibesfeld, einem der bekanntesten (?) Ethologen (1994, ISBN 3492036821, entdeckt in SoWi-Bibliothek/Biologischer Bereich) Vgl. auch: Kulturgeschichtlich hat die soziale Gruppe bzw. der Stamm eine enorme Erweiterung erfahren: Zu Zusammenschlüssen zwischen mehreren Stämmen kam es vermutlich erstmals im Übergangsfeld von der Neusteinzeit zu den frühen Metallkulturen. Die Erweiterung des Machtbereiches über die enge Stammesgrenze hinaus hat Vorteile. Sie betreffen macht und verteidigungspolitische Aspekte, darüber hinaus können sich größere politische Einheiten eher berufliche Spezialisierungen leisten, wie sie in Metallkulturen und Hochkulturen notwendig werden. Die Vorteile von soziopolitischen Zusammenschlüssen gehen nicht ohne Beschränkungen und Sollbestimmungen einher, die das Zusammenleben fördern und erleichtern. Aus: Biologie und Kultur. Zu den biologischen
Bedingungen von Determination und Freiraum in der Kultur von Gerhard
Medicus, erschienen in Irenäus Eibl-Eibesfeldt: Zu Person und Werk von
Ch. Sütterlin und F. Salter (Hrsg), 2001,
ISBN 3361345410, S. 241
Eine gute Charakterisierung moderner, "abendländischer" Gesellschaften(wenn auch vielleicht ein wenig zu einseitig negativ angehaucht, was aber
auch mit dem Inhalt des Kapitels [in welchem "das Abendland" keine sehr
rühmliche Rolle einnimmt], in welchem sie vorgenommen wird, zusammenhängen
wird) findet sich in El
imperio frente a la diversidad del mundo von Sami Nair (2003), gleich am
Anfang des Kapitels Una mirada conflictiva (3. Kapitel des 3. Teiles); die
Angabe bezieht sich auf die Ausgabe mit der ISBN 8497933877, welches bislang
[2005] noch nicht auf deutsch erhältlich ist)
Aus dem Handbuch "Per Anhalter
durch die Galaxis": Amerikaner werden mißtrauisch, wenn man nicht einer von ihnen werden will - im Gegensatz zu Franzosen, Engländern, Schweden und den meisten anderen Völkern, die es gerade mißtrauisch macht, wenn man zu ihnen gehören möchte. (Billy Wilder; Engländer und Schweden kenn ich zu wenige, aber bei den Franzosen bin ich mir bei dieser Aussage jedenfalls nicht so sicher..., Anm. ob) Das dritte
Jahrtausend verspricht, ein Jahrhundert enormer Verstädterung und riesiger
Stadtagglomerationen zu werden. ForscherInnen gehen davon aus, dass um das Jahr
2025 an die 85 Prozent der EinwohnerInnen des industriellen Nordens in Städten
wohnen werden. In den Ländern der sogenannten Dritten Welt sollen es immerhin 55
Prozent sein. Damit würden zum ersten Mal in der Geschichte deutlich mehr
Menschen nicht mehr auf dem Land, sondern in städtischen Zonen zu Hause sein.
über kultur (aus soziologischer sicht)...Die Antworten (auf die Frage nach der Einordnung zweier
vorher genannter Beispiele - eines für Natürliches, nicht Veränderbares, und
eines für Veränderbares stehend, Anm.) finden sich um das Wissen um das, was
Menschen tun können, und in unseren Überzeugungen darüber, was sie tun
sollten. An erster Stelle steht die Frage, ob die Tat "in der Macht des
Menschen" steht (ob Kenntnisse, Fertigkeiten oder eine Technologie existieren,
verfügbar und einsatzfähig sind, um das entsprechende Stückchen oder diesen
bestimmten Aspekt der Welt nach Gutdünken umzugestalten). Danach kommt die
Frage, ob es einen Standard gibt, eine Norm, der das betreffende Objekt
unterworfen werden sollte. Mit anderen Worten: Es gibt Dinge, die vom
Menschen verändert und in etwas verwandelt werden können, was sie nicht sind.
Solche Dinge sollen anders behandelt werden als jene, die nicht in der Macht des
Menschen stehen. Die ersteren nennen wir Kultur, die letzteren Natur. Wenn wir
deshalb einen Sachverhalt zur Kultur zählen und nicht zur Natur, implizieren
wir, dass das betreffende Objekt veränderbar ist und dass ein wünschenswerter,
"angemessener" Endzustand einer solchen Veränderung existiert. Zygmunt Bauman in: Vom Nutzen der Soziologie, Kapitel 8 über Natur und Kultur in dieser Version; weitere Textstellen in der Sammlung beim Thema Anstößiges. Den Amerikanern ist Wirtschaftswachstum und persönlicher Reichtum wichtig, den Europäern [? und] Lebensqualität. Amerikaner leben, um zu arbeiten, Europäer arbeiten, um zu leben. Das stimmt... (Der Autor des Buches "Der europäische Traum" [2004], der auch Berater von Romano Prodi war, - ungefähr so - in einem Interview; vorgestellt auf Ö1, jedoch als etwas blauäugig und optimistisch und deshalb sehr amerikanisch eingestuft - u.a. sei das europäische System fortschrittlicher und deshalb mehr "Weltmodell" und die Europäer sollen mehr Selbstvertrauen haben und deshalb mehr Marketing dafür machen, oder so... -, weshalb es nicht bei den Empfehlungen zum Thema Kultur angefügt wird) Föderalismus ZU VIEL DES KLEINENVon Hansjörg B. und Michel S. Eine zentrale Schwäche des Schweizer Föderalismus liegt darin, dass die politischen Entscheidungsräume mit den tatsächlichen Lebensräumen nicht mehr übereinstimmen. Die Schweiz ist extrem dezentralisiert und ausserordentlich kleinräumig. Dies führt zu dem, was Föderalismus verhindern sollte: Zentralisierung von Macht und überbordende Umverteilung. ►
http://www.weltwoche.ch/artikel/?AssetID=9737 (Textstelle auch angebracht beim Thema Politik)
Bohème [bo'?|m; französisch, "Böhmen", "Zigeunertum"]:
unkonventionelle Lebensform vor allem im Künstler- und Literatenmilieu; auch auf
den bürgerliche Normen verweigernden, sich genial gebenden Menschen schlechthin
angewandt ("Bohemien"). Die Bezeichnung stammt aus H. Murgers Roman: "Scènes de
la vie de Bohème" 1851. - "La Bohème", Opern nach diesem Roman von G. Puccini
(1896) und R. Leoncavallo (1897). Ich würde über eine mir gut erscheinende Definition (d.h., versuchte, genauere bzw. konzentrierte Beschreibung) von Kultur verfügen, die ich allerdings aus dem Spanischen übersetzen müsste. Bei Interesse frage man mich und erinnere mich an "Comportamiento del consumidor" von Javier Alonso Rivas: oberdenker@diedenker.org. Habe eben im Duden nachgeschaut und eine für mich sehr schlechte Definition vorgefunden, die mehr auf den künstlerischen (den politisch instrumentalisierten oder zumindest verwendeten?) Aspekt eingeht, z.B. gibt es keine Erwähnung von Werten (welche mir zentral erscheinen), Gewohnheiten, (Glaubens-)Vorstellungen, etc., welche in der von mir angesprochenen Definition (wahrscheinlich eine soziologischere) vorkommen.
Empfehlungen: Kulturspezifische Filme werden auch in diversen Reiseführern empfohlen wie z.B. Vienna - aus der Lonely Planet-Reihe von Neal Bedford (Angebot Buch) Dieser prämierte
Reiseführer (ITB Reiseführer Award 2004 - bezüglich die oben verlinkte, 4.
Auflage) ist speziell auf jugendliche Menschen ausgerichtet. Interessant u.a.
(und nicht nur für Touristen) wegen der Wien-spezifischen Literatur- und
Filmtipps. (ob, gestestet anlässlich einer Wienfahrt 7/05) Von
MitdenkerInnen zu diesem Thema neu Erdachtes bzw. Entdecktes |