Ich lehne Kriege ab, weil sie für mich eine widerliche Produktionsform sind, eine Form, Realität herzustellen. Wer sagt, dieser Scheißkrieg interessiert mich nicht, ich habe Besseres zu tun, soll von mir aus dies Bessere tun.
...So tritt Glamour an die Stelle des Glaubens. Man stirbt dann im Angesicht des Models, mit der Schönheit im Hirn, das wurde schon für den Ersten Weltkrieg so beschrieben: Friedrich Kittler hat betont, dass die Soldaten den Grabenkrieg nur deshalb ausgehalten haben, weil sie sich Filmstars wie Henny Porten, die sie im Frontkino gesehen hatten, über sich in den Himmel hängen konnten. Und an die Türen der Unterstände.
Klaus Theweleit, Philosoph

Was, wenn der "kollaterale Schaden" der eigentliche Zweck der gesamten Operation ist? Was, wenn das wahre Ziel des "Kriegs gegen den Terror" die amerikanische Gesellschaft selber ist, i. e. die Disziplinierung ihrer emanzipatorischen "Auswüchse"? - Aufzeichnungen unter dem Eindruck einer "leicht paranoiden" Anwandlung. [...]
Einen Tag später, auf einem anderen Fox-Sender, forderte ein Kommentator, dass es erlaubt sein müsse, mit dem Gefangenen alles zu tun - vom Schlafentzug bis zum Finger brechen -, weil er ein "Stück menschlichen Abfalls" sei, das "nicht die geringsten Rechte" habe. Das ist die wahre Katastrophe: Dass Behauptungen wie diese in der Öffentlichkeit möglich sind. [...]
Ähnliches wird mit dem "Krieg gegen den Terror" geschehen - das ist die wirkliche Gefahr. "Extremisten" wie John Ashcroft (Bushs Justizminister, Anm.) werden einmal ausrangiert, ihr Erbe jedoch wird bleiben - unmerklich verwoben in die ethische Grundsubstanz unserer Gesellschaften. Die Niederlage der Ashcrofts wird so zu ihrem ultimativen Triumph: Sie werden nicht mehr gebraucht, da die Allgemeinheit ihre Botschaft inkorporiert hat.  (Slavoj Zizek, geboren 1949 in Ljubljana, ist Philosoph und Psychoanalytiker. Zuletzt pu-blizierte er etwa bei Passagen: "Plädoyer für die Intoleranz", März 2003)

Nichtsdestotrotz unterstützen viele US-Amerikaner offen die Politik ihrer Regierung gegenüber dem Irak. Sogar Leute, die grundsätzlich gegen Krieg sind, stellen sich jetzt hinter ihre "Boys" im Golf. Wie lässt sich das erklären?
Sennett: Es ist für uns alle einfach zu verstehen, dass man automatisch Personen aus dem eigenen Land unterstützt, doch dahinter steht ein komplizierter kultureller Prozess. [...] Den Leuten fehlen aber politische Instrumente, um sich gegen die Politik der Regierung zu wehren. So entsteht die Haltung: Ich mag nicht, was er tut, aber ich unterstütze ihn. (Richard Sennett, Soziologe)

So riet Georg Hoffmann-Ostenhof im "profil" dem Mann im Weißen Haus, einmal die Bibel wegzulegen und ein Buch von Plutarch zur Hand zu nehmen, in dem die Geschichte eines hellenistischen Königs erzählt wird, der 281 vor Christi mit einer damals gewaltigen Armee von 25.000 Mann und mit 20 Kampfelefanten nach Italien zog, dort grandios siegte, aber schließlich doch abziehen musste. Lässt schon das Ambiente einen Vergleich wenig plausibel erscheinen, so noch weniger die Moral der Geschichte, denn nach seinem angeblich grandiosen Sieg soll besagter Pyrrhos gesagt haben: "Noch so ein Sieg und ich bin ruiniert". (Günter Traxler in einer Kolumne mit dem Titel Krieg und klassische Bildung)

Ich lehne Gewalt ab, weil das Gute, das sie zu bewirken scheint, nicht lange anhält, dagegen ist das Schlechte, das sie bewirkt, von Dauer. (Gandhi)

Wer Wind sät, wird Sturm ernten.

Die Menschheit kann froh sein, wenn sie keine Wahrheit findet. Weil immer, wenn jemand glaubt, eine Wahrheit gefunden zu haben, ist er bereit, diese zu verteidigen bis zum letzten Tropfen Blut. Und deshalb gibt es Krieg. Wegen der Wahrheit. [...] Darum sag ich euch: wenn es auf der Welt mehr Egoisten geben würde, dann würde es keinen Krieg mehr geben. (Alf Poier, österr. Kabarettist, im Programm 'Mitsubishi')

But the only true America is that country where you are at liberty to pursue such a mode of life as may enable you to do without these [coffee, tea, meat, butter - unnecessary luxury], and where the state does not endeavor to compel you to sustain the slavery and war and other superfluous expenses which directly or indirectly result from the use of such things.[...] (Thoreau in "Walden"; weitere Textstellen daraus und sein Aufsatz "Über die Pflicht des zivilen Ungehorsams"...)

Kein Streit würde lange dauern, wenn das Recht oder das Unrecht nicht auf beiden Seiten wäre. La Rochefoucauld, François VI. Duc de

Jeder Antagonismus, ob groß oder klein, führt die Mitglieder einer Gruppe dazu, die Unterschiede zu den Mitgliedern anderer Gruppen zu suchen und nicht die Ähnlichkeiten (Gemeinsamkeiten). (mehr oder weniger frei aus dem Spanischen übersetzt vom Oberdenker, Rivas 177)

> je besser das Feinbild, desto besser die Identität (der Zusammenhalt: die Kongruenz?) einer Gruppe bzw. desto besser (i.S.v. "gut") fühlt sich ein Individuum bzw. desto mehr Identität verspürt es.

was du nicht willst
dass man dir tu´,
das füg auch keinem andren zu.
(von ?)

"The majority of pacifists either belong to obscure religious sects or are simply humanitarians who object to taking life and prefer not to follow their thoughts beyond that point. But there is a minority of intellectual pacifists, whose real though unacknowledged motive appears to be hatred of western democracy and admiration for totalitarianism. Pacifist propaganda usually boils down to saying that one side is as bad as the other, but if one looks closely at the writing of the younger intellectual pacifists, one finds that they do not by any means express impartial disapproval but are directed almost entirely against Britain and the United States." And that's just from Orwell's Notes on Nationalism in May 1945. (Zitiert auf einer Internetseite als versuchte Kritik an Michael Moore´s Film Fahrenheit 9/11; versucht, weil Moore bekanntlich ziemlich patriotisch ist und auch fast immer systemtreu agiert [Marketing im Sinne seiner Interessen, Wahlaufforderungen, friedlicher Aktivismus - welcher in den USA eine lange Tradition hat -, etc.] und es deshalb ihm gegenüber ein wenig ignorant wäre, zu behaupten, er würde einseitig und unangebracht die USA kritisieren, v.a., da er seine Dokumentationen ja bewusst als "Gegenpropaganda" einseitig kritisch gestaltet und hauptsächlich das Vorgehen der Politiker kritisiert, was in vielen Fällen auch angebracht scheint, da sie den Irak - wofür er Argumente präsentiert - unnotwendigerweise und auch unintelligenterweise - wie man an den realen bzw. potentiellen Rückschlägen sieht - angegriffen haben und auch wirtschaftspolitisch kritisierbar handeln; ob 7/04; Kommentar des Webseitenbetreibers zur von ihm zitierten, versuchten Kritik an Moore bzw. der Verwendung des Zitats von Orwell hierfür: ... Still, I don't think he's right. I tend to agree with the passage quoted from Orwell's Notes that pacifism cannot be a universal principle. But it's unclear that Moore's is a pacifist film, or that Moore himself is a pacifist. And it's also urgent to remember that most people who opposed the war in Iraq did so not out of 'intellectual pacifism' but out of a strong suspicion that the WMD was spin, and that unilateral invasions pose a threat to international order. Finally, the lines quoted by Moore in the film are from 1984, and the analogy works quite well within the logic of the film.)

Sei friedlich. Sich nicht zu rächen, kann auch eine Rache sein. (Danny Kaye, us-amerikanischer Schauspieler und Schriftsteller)


 

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