In schlimmen Zeiten sind Denkende Andersdenkende. Werner
Mitsch
Unsergleichen gibt es nicht viele
in der Stadt.
Ein paar nur, vielleicht einige zehn.
Der Rest, das sind Menschen des Erfolgs,
kühle und kaltblütige Spezialisten –
was immer sie auch tun, das tun sie bestens.
Wir – die Schwachen, weniger Begabten,
können kaum etwas erwirken;
die Milch versuchen wir in der Apotheke zu kaufen
und bei der Friseuse ein halbes Kilo Käse.
Autos hupen uns an,
wir stolpern auf dem geraden Wege,
immer wieder treten wir in die Hundescheisse,
bloss es will und will uns kein Glück bringen.
Wir lassen den Terror der Vollkommenheit jener Anderen über uns ergehen.
Ihre Gegenwart schüchtert uns ein.
Denen ist es nur recht so,
denn sie leben in der Angst, das Schaffensmonopol, das sie für sich reklamieren,
zu verlieren.
Wir sind geneigt, ihren Vorrang anzuerkennen,
dennoch wollen wir Schöpfer bleiben,
und zwar nach unseren Möglichkeiten, auf einem niedrigeren Niveau.
"Demiurg verehrte die ausgesuchte, vollkommene und komplizierte Materie, wir
bevorzugen den Schund"
(Polnische Versager: Das kleine Manifest, entdeckt 3/04 auf polnischeversager.de)