Abgeschlossene soziale Gruppen/ "elitäre" Gebilde (von ob)

Mag ich nicht, besonders wenn sie schon einen eigenen sprachlichen Kodex und ein eigenes, ebenfalls kodiertes Verhalten entwickelt haben. Erstens sind diese Gruppen viel zu schwer zugänglich bzw. der Aufwand, Zugang zu finden und integriert zu werden, ist zu groß. Zweitens, wenn man Zugang gefunden hat, ist man schnell davon abhängig - vor allem psychisch, aber auch physisch, um beim Ausscheiden oder Nichtmehrdazupassen nicht alleine dazustehen -, an die Gruppe angepasst zu bleiben. Und zwang ist etwas Destruktives oder zumindest selten Konstruktives. Innerhalb der Gruppe macht sich schnell Langeweile - durch die Abgeschlossenheit gegen äußere Einflüsse - breit, weshalb die Gruppen nach aussen hin auch oft recht aggressiv abgrenzend handeln, um ihren Frust loszuwerden.
Da lob ich mir Trotzallem-Individualisten (sind nicht zwangläufig allein, aber bleiben geistig und verhaltensmäßig trotz etwaiger Gruppenzugehörigkeit frei oder möglichst konsistent gegen Vereinnahmung)!

 

 

Stichwortartiges aus einem Uni-Skriptum (Um neue Einsichten zu erlangen, wird mensch um das aktive und kreative Mitdenken nicht herumkommen, obwohl etwaige, neu entdeckte Begriffe auch schon stimulierend sein können):

 

Gruppenmitglieder – Der Mensch in der Gruppe

• Mensch als Wesen mit Emotionen, Bedürfnissen, ...

• beeinflusst sein Umfeld und wird von diesem beeinflusst

• Mitglieder prägen mit ihren persönlichen Eigenschaften die Gruppen

• typische zwischenmenschliche Erscheinungen: Cliquenbildung, Interessenkonflikte, Intrigen...

 

Gruppenprozesse

 

Welche Größen innerhalb der Gruppen wirken sich auf die Handlungen aus?

 

 

Erklärung Kohäsion

 

Einflussfaktoren: Kohäsion

 

positive Einflussfaktoren auf die Gruppenkohäsion:

• gleichartige Tätigkeit der Mitglieder

• konformitätsbestärkende Selektion (neue Mitglieder haben ähnliche Ziele, Normen und Standards)

• Grenzziehung fällt prägnanter aus --> fördert einheitsstiftende, uniformierende (Gruppen-)Identitätsbildung

• erhöhte Abhängigkeiten (nichts mehr wert, wenn nicht mehr in der Gruppe, Anm.)

• Bedrohung von Außen

• Demokratischer Führungsstil,..

 

Gruppennormen

...geben Verhaltensmuster vor, nach denen man sich in bestimmten Situationen verhält bzw. zu verhalten hat.

• Merkmale von Gruppen als Ganzes

• Ergebnis von Interaktionen, prägen das Verhalten der Mitglieder Funktionen:

• Gruppen nach außen abzugrenzen

• stiften Identität

• Regelung des zwischenmenschlichen Zusammenlebens

Gruppennormen gelten nicht für alle Mitglieder im selben Ausmaß -> Rollen

Gruppenstandards

... sind operationalisierte Verhaltenserwartungen

... finden in informellen Richtlinien ihren Niederschlag

• dürfen vom Management nicht übersehen werden

Funktionen:

entsprechend den Normen

Gruppen verwenden viel Energie um Normsystem zu stabilisieren, aber auch hier Wandelprozesse!

 

Interne Sozialstruktur der Gruppe

 

Strukturmerkmale

Statusstruktur: Der Status ist die sozial bewertete Stellung, die eine Person oder eine Gruppe in einem Sozialsystem aus der Sicht der Mitglieder einnimmt.

Rollenstruktur: Rolle ist ein Bündel von Verhaltens-erwartungen, von anderen an einen Positions-oder Statusinhaber

Führungsstruktur: Führerschaft ist der Prozess der sozialen Beeinflussung auch informelle Führerschaften von relevanz 

Statusstruktur 

• Statussystem können nebeneinander existieren – Position

nicht ausschlaggebend (informelle Gruppen)

• wichtig für Kommunikation

• ist eine soziale Konstruktion, nichts Objektives

Auswirkungen

Statussymbole

 

Rollenstruktur

Rolle kann definiert werden als ein Bündel von Verhaltenserwartungen, die von anderen an einen Positions- oder Statusinhaber herangetragen werden 

Rollenset

Es werden von den verschiedensten Seiten unterschiedliche Erwartungen an eine Rolle gestellt. Rollenset ist ein Komplex an unterschiedlichen Erwartungen

Abstufung der Erwartungen nach ihrer Wichtigkeit

 

Rollenepisode

....beinhaltet den Prozess der Rollenübernahme

 

Führungsstruktur 

Formelle Führungsstr.

ausschlaggebend ist die formelle Position innerhalb der Organisation (Hierarchie!)

Informelle Führungsstr

ausschlaggebend ist die informelle Position innerhalb der Gruppe (Bsp. Führungsanspruch aufgrund besonderer Fähigkeiten) 

Die Führungsperson ist zwar mächtiger als jedes einzelne Gruppenmitglied, aber immer schwächer als das Gebilde „Gruppe“, denn sie ist die Quelle ihrer Macht.

 

Kollektive Handlungsmuster 

Risikoschub (risky shift)

Gruppendenken

Konzertierte Gruppenaktionen

 

Risikoschub (risky shift)

Gruppen wählen meist risikoreichere Alternativen als

Individuen (risky shift-Phänomen)

• Diffusion der Verantwortung

• Höheres Informationsniveau

• Führerschaft: Führungspersonen gewöhnlich

risikofreudiger

• Risiko als sozialer Wert

 

Gruppendenken

Kohäsive Gruppen vergessen aufgrund ihrer Konformität oftmals auf konstruktive Kritik und kritische Auseinandersetzung mit potentiellen Lösungsvorschlägen

• Korpsgeist, Teamgeist: autonomes, kritisches Denken geht zurück

• Gründe: Illusion der Unverwundbarkeit; Glaube an Moralität; Rationalisierung; Stereotypisierung; Selbstzensur; Gruppenzensur; Gehirnwächter; Illusion der Einmütigkeit

• Zeitdruck, Führungsstil

Konzertierte Gruppenaktionen

Sämtliche Handlungen die dann ergriffen werden, wenn die Gruppe ihre Ziele und auch sich selbst gefährdet sieht (Streik,..)

Voraussetzungen:

• relativ hoher Grad an Gruppenkohäsion;

• Normen und Standards die Konfliktbereitschaft unterstützen;

• Unterstützung durch informelle Führung