Feiertage abschaffen?
Immer wieder wird uns von den Vorzügen der Demokratie vorgeschwärmt, doch immer weniger scheint sie ernst genommen zu werden. Oder haben Sie nicht auch des öfteren den Eindruck, dass etwas geändert wird, wofür Sie (als nicht-engstirniger und sturer Mensch) eigentlich trotz gründlicher Abwägung der Vor- und Nachteile gar nicht sind bzw. dass der Staat dort eingreift und Vorschriften schafft, wo Sie es nicht für nötig oder wünschenswert halten und gerade dort, wo Sie es schon befürworten würden, nicht?
Nehmen wir beispielsweise die offensichtlich wieder aufgeflammte Diskussion um die zu "vielen" Feiertage und fragen wir uns zuerst: wann macht es Sinn, dass Politiker sich nicht nach der Meinung des Volkes bzw. dessen Mehrheit richten? Es gibt sicherlich viele Bereiche, in denen der "Mensch von der Strasse" zu wenig bescheid weiß, die er in seiner Komplexität nicht genügend erfassen kann und in welchen er sich auch lieber auf andere verlässt. Dennoch sollten die Experten - sofern es nicht zu aufwändig ist bzw. selbst dann, sofern es sich um wichtige Themen handelt - die Präferenzen der Menschen, welche Sie eigentlich vertreten sollten, berücksichtigen. Und in vielen Fällen wäre es sicherlich möglich, die Menschen selbst entscheiden zu lassen - nachdem man sich eben die Mühe gemacht hat, sie ausreichend zu informieren, sie zu überzeugen von einer von Experten als notwendig oder zumindest positiv erachteten Veränderung. Ein Beispiel für eine Politik, die aufgrund komplexer Zusammenhänge meist gegen "den Willen des Volkes" gemacht wird, ist die Standortpolitik, welche das Ziel verfolgt, die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts in Zeiten der internationalen Konkurrenz zu wahren. Sollte es keine wirklich ernstzunehmenden Alternativen geben, als die Steuern für Unternehmen zu senken, so könnten die Experten das den Menschen sicherlich verständlich machen und im Gegenzug z.B. mögliche Gegenleistungen anbieten, um sie zu überzeugen.
Immer mehr scheinen heute aber die "Sozialingenieure" zu wirken, welche uns unser Wirtschaftskundeprofessor schon vor vielen Jahren vorstellte. Jene Experten, die meinen, sie wüssten alles besser als das Volk, dieses würde es ohnehin nicht verstehen und deshalb sollte dessen Meinung möglichst umgangen werden, weil unsere Expertenmeinung stimmt. Sie verschmähen also "die Meinung des Volkes" und übersehen dabei ihre eigenen Wertungen (zur Objektivität siehe z.B. den "kritischen Rationalismus").
Um zu den Feiertagen zurückzukehren: wiedereinmal glauben die "Sozialingenieure", es besser zu wissen - die Feiertage gehören reduziert! Schließlich ist der Mehrwertverlust im Vergleich zum schöpfbaren Gewinn durch die Feiertage viel größer! Und man denke erst an die internationale Konkurrenz! In Wahrheit aber handelt es sich um ein tolles Beispiel aus der Politik, an welchem ersichtlich wird, dass "die Meinung des Volkes" (welches laut dem Terminus Demokratie ja eigentlich herrschen sollte) mutwillig anstatt gutwillig missachtet wird. Oder glaubt jemand ernsthaft, dass der Gewinn aus einigen Feiertagen weniger für den Einzelnen sich dermaßen rechnen würde, dass er den Verlust aus deren Abschaffung übersteigt? Wohl kaum - selbst in Zeiten des internationalen Wettbewerbs. Einsichtig ist jedoch, dass bereits ein wirtschaftender Tag eines großen Landes für die sich an den Transaktionen beteiligenden Politiker sehr wohl einen Unterschied ausmachen wird - und was tun diese nicht alles für ihre Götzen?
Du sollst den Feiertag heiligen. (3. Gebot der biblischen zehn Gebote)
Zur diesbezüglichen Position in...
Frankreich: http://derstandard.at/?id=2047383
Deutschland: http://derstandard.at/?id=2047664
Österreich: http://derstandard.at/?id=2049041
Nehmen wir beispielsweise die offensichtlich wieder aufgeflammte Diskussion um die zu "vielen" Feiertage und fragen wir uns zuerst: wann macht es Sinn, dass Politiker sich nicht nach der Meinung des Volkes bzw. dessen Mehrheit richten? Es gibt sicherlich viele Bereiche, in denen der "Mensch von der Strasse" zu wenig bescheid weiß, die er in seiner Komplexität nicht genügend erfassen kann und in welchen er sich auch lieber auf andere verlässt. Dennoch sollten die Experten - sofern es nicht zu aufwändig ist bzw. selbst dann, sofern es sich um wichtige Themen handelt - die Präferenzen der Menschen, welche Sie eigentlich vertreten sollten, berücksichtigen. Und in vielen Fällen wäre es sicherlich möglich, die Menschen selbst entscheiden zu lassen - nachdem man sich eben die Mühe gemacht hat, sie ausreichend zu informieren, sie zu überzeugen von einer von Experten als notwendig oder zumindest positiv erachteten Veränderung. Ein Beispiel für eine Politik, die aufgrund komplexer Zusammenhänge meist gegen "den Willen des Volkes" gemacht wird, ist die Standortpolitik, welche das Ziel verfolgt, die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts in Zeiten der internationalen Konkurrenz zu wahren. Sollte es keine wirklich ernstzunehmenden Alternativen geben, als die Steuern für Unternehmen zu senken, so könnten die Experten das den Menschen sicherlich verständlich machen und im Gegenzug z.B. mögliche Gegenleistungen anbieten, um sie zu überzeugen.
Immer mehr scheinen heute aber die "Sozialingenieure" zu wirken, welche uns unser Wirtschaftskundeprofessor schon vor vielen Jahren vorstellte. Jene Experten, die meinen, sie wüssten alles besser als das Volk, dieses würde es ohnehin nicht verstehen und deshalb sollte dessen Meinung möglichst umgangen werden, weil unsere Expertenmeinung stimmt. Sie verschmähen also "die Meinung des Volkes" und übersehen dabei ihre eigenen Wertungen (zur Objektivität siehe z.B. den "kritischen Rationalismus").
Um zu den Feiertagen zurückzukehren: wiedereinmal glauben die "Sozialingenieure", es besser zu wissen - die Feiertage gehören reduziert! Schließlich ist der Mehrwertverlust im Vergleich zum schöpfbaren Gewinn durch die Feiertage viel größer! Und man denke erst an die internationale Konkurrenz! In Wahrheit aber handelt es sich um ein tolles Beispiel aus der Politik, an welchem ersichtlich wird, dass "die Meinung des Volkes" (welches laut dem Terminus Demokratie ja eigentlich herrschen sollte) mutwillig anstatt gutwillig missachtet wird. Oder glaubt jemand ernsthaft, dass der Gewinn aus einigen Feiertagen weniger für den Einzelnen sich dermaßen rechnen würde, dass er den Verlust aus deren Abschaffung übersteigt? Wohl kaum - selbst in Zeiten des internationalen Wettbewerbs. Einsichtig ist jedoch, dass bereits ein wirtschaftender Tag eines großen Landes für die sich an den Transaktionen beteiligenden Politiker sehr wohl einen Unterschied ausmachen wird - und was tun diese nicht alles für ihre Götzen?
Du sollst den Feiertag heiligen. (3. Gebot der biblischen zehn Gebote)
Zur diesbezüglichen Position in...
Frankreich: http://derstandard.at/?id=2047383
Deutschland: http://derstandard.at/?id=2047664
Österreich: http://derstandard.at/?id=2049041