Bevormundung (> Prohibition) durch die europäische Hintertür?
Zusammenfassung: Ich habe als Jugendlicher selber des öfteren gerne Alkohol genossen und ihn als bereichernd empfunden und finde, dass ich verantwortlich mit Alkohol umgegangen bin, weil rückblickend die Kosten-Nutzen-Analyse positiv ausfällt. Deshalb ermangelt es, meiner Meinung nach, an Gründen, sich in Sachen Alkoholkonsum bevormunden zu lassen - ob als Jugendlicher oder als Erwachsener. Ich plädiere für die Eigenverantwortung (weil ich an die Vernunft der meisten [europäischen] Jugendlichen und deren Eltern glaube) und empfinde in diesem Fall (wie in vielen anderen Fällen auch) Zwang (Bevormundung, Prohibition, "Besserwisserei"...) als kontraproduktiv (negativ).
Volltext: Mit großem Ärger las ich vor wenigen Tagen in einer Zeitung (vielleicht sollte ich einfach wieder weniger Zeitung lesen, um mir zu ersparen, was ohne meine Zustimmung gemacht und geändert wird...), dass über strengere Maßnahmen in der EU nachgedacht werde, die dem Alkoholkonsum von Jugendlichen vorbeugen sollten.Nun habe ich selber als Jugendlicher nicht selten und nicht selten übermäßig dem Alkohol gefröhnt, doch trotz einiger Eskapaden fällt rückblickend meine Kosten-Nutzen-Analyse (um es ökonomisch auszudrücken) nicht negativ aus. Ganz im Gegenteil stelle ich mir meine Jugend ohne "alkoholische" Erfahrungen viel weniger bunt und aufregend vor - wobei ich sagen muss, dass ich meinen Alkoholkonsum auch nie (außer punktuell - aber das sind Erfahrungen, die jeder machen muss und über die man auch schmunzeln kann) übertrieben, meist in der Freizeit betrieben habe und so meinen alltäglichen Pflichten problemlos nachkommen konnte. Alkohol hat ja schließlich nicht nur negative Auswirkungen, sondern auch positive (wie z.B. soziale; gesundheitsförderliche!) Funktionen!Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass (junge) Italiener, Franzosen, Spanier, Polen, Engländer (vor allem!), Deutsche, Österreicher etc. (und auch Nicht-Europäer - darunter auch "freimütige" US-Amerikaner!) gerne trinken - und ich habe sie meist als sympathischer empfunden als (zwangs)konforme, "prüde" US-Amerikaner. Ich kann mich an keine (nachhaltig) negativen Erfahrung bezüglich "alkoholischen Begegnungen" erinnern.Warum also Maßnahmen treffen, wenn doch alle zufrieden scheinen? Geht es um das psychische Wohl der Jugendlichen oder wiedereinmal: um das materielle Wohl der (europäischen) Gemeinschaft, die "wirtschaftliche Leistungsfähigkeit", den "individuellen Mehrwert"?Natürlich sollte man darauf achten, dass die "Kosten-Nutzen-Analyse" nicht negativ wird, doch wer kann diese durchführen, außer die Individuen selbst (im Falle, dass man eben nicht nur das wirtschaftliche Streben, das "Fortkommen", die Karriere der Individuen betrachtet - und selbst da wird ein ausgeglichenes Dasein / eine individuell als positiv empfundene Kosten-Nutzen-Analyse - wahrscheinlich langfristig für den kollektiven Erfolg förderlicher sein!)?Wiedereinmal sehe ich hier keinen Grund zur Bevormundung, sondern finde, man sollte auf Eigenverantwortung setzen (schließlich gibt es ja auch noch erfahrene Eltern und auch in Jugendlichen schlummert die Vernunft - und oftmals schlummert sie weniger als in Erwachsenen!). Dem Zwang unterstelle ich (vor allem in diesem Fall) mehr negative als positive Wirkung - weil ich eben zufrieden auf meine Jugend zurückblicke (sogar der Pfarrer ließ - trotz eigenem Risiko - auf Lagern erfolgreich Eigenverantwortung walten, was ich nicht als "verantwortungslos", sondern ganz im Gegenteil "selbstlos", wohltätig empfand!). Das kritische und eigenständige Denken sollte man fördern - und auch hier blicke ich auf positive Erfahrungen während meiner Gymnasialzeit zurück (wenn auch vielleicht nur dank einiger Lehrer) - welches vielleicht auch in anderen Situationen behilflich sein könnte (denn schließlich ist ja dort, wo er von Nöten wäre, der "große Bruder" oft nicht da bzw. manchmal übernimmt er sich ein wenig...).Exkurs: beim Rauchen lässt sich eher streiten, wo die individuelle Freiheit aufhört - doch selbst da sehe ich (als Nicht- oder Nur-Betrunken-Raucher!) im Falle von Nachtlokalen kein "Verbotsgebot", sondern vielmehr, finde ich, gehört der Rauch zur Stimmung des Ausgehens > Feierns (siehe hierzu z.B. auch die rituelle Bedeutung von Drogen bei Naturvölkern). Da nehme ich potentielle Folgeschäden gerne in Kauf. (Im Falle von alltäglicher Beglückung mit Rauch in privaten und öffentlichen Räumen sehe ich es natürlich anders, weil ich da kaum etwas bis nichts Positives von Rauchschwaden habe...)Und man höre doch endlich auf, von den Gesundheitskosten zu reden - schließlich leben wir doch in einer Demokratie (?), und wenn die Menschen Kosten (durch zu behandelnde Gesundheitsschäden, Arbeitsausfälle oder was auch immer) produzieren, werden sie auch gerne dafür aufkommen (wenn der - selten erwähnte weil volkswirtschaftlich schwer messbar - dem gegenüberstehende Nutzen diese übersteigt) - oder etwa nicht? Und ich denke eben bzw. sehe es laut eigener Erfahrung so, dass die Europäer mit solchen "leichten" Genüssen wie Alkohol umzugehen, ihn zu schätzen, ihn richtig einzusetzen usw. wissen und mit Recht sich dessen Konsum nicht einschränken lassen wollen. Wenn "sie" unsere Gesundheit schützen wollen, dann sollten sie sich lieber um die wirtschaftliche Verschmutzung und Stressproduktion kümmern...Und warum immer versuchen, (unreflektiert, -angepasst, -legitimiert) "amerikanische Modelle" (man sollte eigentlich immer us- dazusagen...) auf Europa anzuwenden? Sind denn US-Amerikaner wirklich glücklicher als Europäer? (Auch hier hatte ich oftmals gegenteilige Eindrücke...) Bzw.: warum kommt es mir nicht selten so vor, dass versucht wird, positive Aspekte (> Errungenschaften) der europäischen Kultur durch negative der us-amerikanischen zu ersetzen und nicht umgekehrt (schließlich haben ja auch die USA nicht nur Negatives hervorgebracht - ganz im Gegenteil!)? Wir haben zwar viel mit der us-amerikanischen Kultur und dem US-System gemeinsam, aber in manchen Dingen unterscheiden wir uns - und vielleicht ist das (für beide Seiten) gut so.
Es lebe die Freiheit (jeweils jene in meinem Sinne...)!
Siehe auch:
- Von den "zeitlos aktuellen Zitaten":
...Durch Aufklärung und künstlich geschaffene Vorschriften erstreben sie eine Ordnung, die allein eine selbstverständliche Auswirkung des Tao zu schaffen vermöchte. 'Je mehr es Dinge in der Welt gibt, die man nicht tun darf, desto mehr verarmt das Volk. Je mehr die Leute scharfe Geräte haben, desto mehr kommt Haus und Staat ins Verderben. Je mehr die Leute Kunst und Schlauheit pflegen, desto mehr erheben sich böse Zeichen. Je mehr Gesetze und Befehle prangen, desto mehr gibt es Diebe und Räuber.' Lao Tse
- In der Sammlung:
Die Themen Drogen (speziell meine Meinungen zum Thema Alkohol), Freiheit, Politik/EU, Rebellion (> Artikel "Jugend, kämpfende Jugend, dir gehört die Welt") bzw. suche nach Zwang, Bevormundung, Eigenverantwortung u.ä.
- Im Internet:
U-N-O
Volltext: Mit großem Ärger las ich vor wenigen Tagen in einer Zeitung (vielleicht sollte ich einfach wieder weniger Zeitung lesen, um mir zu ersparen, was ohne meine Zustimmung gemacht und geändert wird...), dass über strengere Maßnahmen in der EU nachgedacht werde, die dem Alkoholkonsum von Jugendlichen vorbeugen sollten.Nun habe ich selber als Jugendlicher nicht selten und nicht selten übermäßig dem Alkohol gefröhnt, doch trotz einiger Eskapaden fällt rückblickend meine Kosten-Nutzen-Analyse (um es ökonomisch auszudrücken) nicht negativ aus. Ganz im Gegenteil stelle ich mir meine Jugend ohne "alkoholische" Erfahrungen viel weniger bunt und aufregend vor - wobei ich sagen muss, dass ich meinen Alkoholkonsum auch nie (außer punktuell - aber das sind Erfahrungen, die jeder machen muss und über die man auch schmunzeln kann) übertrieben, meist in der Freizeit betrieben habe und so meinen alltäglichen Pflichten problemlos nachkommen konnte. Alkohol hat ja schließlich nicht nur negative Auswirkungen, sondern auch positive (wie z.B. soziale; gesundheitsförderliche!) Funktionen!Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass (junge) Italiener, Franzosen, Spanier, Polen, Engländer (vor allem!), Deutsche, Österreicher etc. (und auch Nicht-Europäer - darunter auch "freimütige" US-Amerikaner!) gerne trinken - und ich habe sie meist als sympathischer empfunden als (zwangs)konforme, "prüde" US-Amerikaner. Ich kann mich an keine (nachhaltig) negativen Erfahrung bezüglich "alkoholischen Begegnungen" erinnern.Warum also Maßnahmen treffen, wenn doch alle zufrieden scheinen? Geht es um das psychische Wohl der Jugendlichen oder wiedereinmal: um das materielle Wohl der (europäischen) Gemeinschaft, die "wirtschaftliche Leistungsfähigkeit", den "individuellen Mehrwert"?Natürlich sollte man darauf achten, dass die "Kosten-Nutzen-Analyse" nicht negativ wird, doch wer kann diese durchführen, außer die Individuen selbst (im Falle, dass man eben nicht nur das wirtschaftliche Streben, das "Fortkommen", die Karriere der Individuen betrachtet - und selbst da wird ein ausgeglichenes Dasein / eine individuell als positiv empfundene Kosten-Nutzen-Analyse - wahrscheinlich langfristig für den kollektiven Erfolg förderlicher sein!)?Wiedereinmal sehe ich hier keinen Grund zur Bevormundung, sondern finde, man sollte auf Eigenverantwortung setzen (schließlich gibt es ja auch noch erfahrene Eltern und auch in Jugendlichen schlummert die Vernunft - und oftmals schlummert sie weniger als in Erwachsenen!). Dem Zwang unterstelle ich (vor allem in diesem Fall) mehr negative als positive Wirkung - weil ich eben zufrieden auf meine Jugend zurückblicke (sogar der Pfarrer ließ - trotz eigenem Risiko - auf Lagern erfolgreich Eigenverantwortung walten, was ich nicht als "verantwortungslos", sondern ganz im Gegenteil "selbstlos", wohltätig empfand!). Das kritische und eigenständige Denken sollte man fördern - und auch hier blicke ich auf positive Erfahrungen während meiner Gymnasialzeit zurück (wenn auch vielleicht nur dank einiger Lehrer) - welches vielleicht auch in anderen Situationen behilflich sein könnte (denn schließlich ist ja dort, wo er von Nöten wäre, der "große Bruder" oft nicht da bzw. manchmal übernimmt er sich ein wenig...).Exkurs: beim Rauchen lässt sich eher streiten, wo die individuelle Freiheit aufhört - doch selbst da sehe ich (als Nicht- oder Nur-Betrunken-Raucher!) im Falle von Nachtlokalen kein "Verbotsgebot", sondern vielmehr, finde ich, gehört der Rauch zur Stimmung des Ausgehens > Feierns (siehe hierzu z.B. auch die rituelle Bedeutung von Drogen bei Naturvölkern). Da nehme ich potentielle Folgeschäden gerne in Kauf. (Im Falle von alltäglicher Beglückung mit Rauch in privaten und öffentlichen Räumen sehe ich es natürlich anders, weil ich da kaum etwas bis nichts Positives von Rauchschwaden habe...)Und man höre doch endlich auf, von den Gesundheitskosten zu reden - schließlich leben wir doch in einer Demokratie (?), und wenn die Menschen Kosten (durch zu behandelnde Gesundheitsschäden, Arbeitsausfälle oder was auch immer) produzieren, werden sie auch gerne dafür aufkommen (wenn der - selten erwähnte weil volkswirtschaftlich schwer messbar - dem gegenüberstehende Nutzen diese übersteigt) - oder etwa nicht? Und ich denke eben bzw. sehe es laut eigener Erfahrung so, dass die Europäer mit solchen "leichten" Genüssen wie Alkohol umzugehen, ihn zu schätzen, ihn richtig einzusetzen usw. wissen und mit Recht sich dessen Konsum nicht einschränken lassen wollen. Wenn "sie" unsere Gesundheit schützen wollen, dann sollten sie sich lieber um die wirtschaftliche Verschmutzung und Stressproduktion kümmern...Und warum immer versuchen, (unreflektiert, -angepasst, -legitimiert) "amerikanische Modelle" (man sollte eigentlich immer us- dazusagen...) auf Europa anzuwenden? Sind denn US-Amerikaner wirklich glücklicher als Europäer? (Auch hier hatte ich oftmals gegenteilige Eindrücke...) Bzw.: warum kommt es mir nicht selten so vor, dass versucht wird, positive Aspekte (> Errungenschaften) der europäischen Kultur durch negative der us-amerikanischen zu ersetzen und nicht umgekehrt (schließlich haben ja auch die USA nicht nur Negatives hervorgebracht - ganz im Gegenteil!)? Wir haben zwar viel mit der us-amerikanischen Kultur und dem US-System gemeinsam, aber in manchen Dingen unterscheiden wir uns - und vielleicht ist das (für beide Seiten) gut so.
Es lebe die Freiheit (jeweils jene in meinem Sinne...)!
Siehe auch:
- Von den "zeitlos aktuellen Zitaten":
...Durch Aufklärung und künstlich geschaffene Vorschriften erstreben sie eine Ordnung, die allein eine selbstverständliche Auswirkung des Tao zu schaffen vermöchte. 'Je mehr es Dinge in der Welt gibt, die man nicht tun darf, desto mehr verarmt das Volk. Je mehr die Leute scharfe Geräte haben, desto mehr kommt Haus und Staat ins Verderben. Je mehr die Leute Kunst und Schlauheit pflegen, desto mehr erheben sich böse Zeichen. Je mehr Gesetze und Befehle prangen, desto mehr gibt es Diebe und Räuber.' Lao Tse
- In der Sammlung:
Die Themen Drogen (speziell meine Meinungen zum Thema Alkohol), Freiheit, Politik/EU, Rebellion (> Artikel "Jugend, kämpfende Jugend, dir gehört die Welt") bzw. suche nach Zwang, Bevormundung, Eigenverantwortung u.ä.
- Im Internet:
U-N-O
Ich gebe dem Oberdenker in seinen Ausführungen recht, wenn er Alkohol als ein allgemeines Kulturgut(zumindest in Österreich) beschreibt. Alkohol kann gefährlich sein, aber mein Schulweg als Kind war gefährlicher, auch Bergsteigen ist gefährlich und wenn ich verunglücke und muss geborgen werden verursache ich große Kosten, aber man kann deswegen kaum das Bergsteigen verbieten!
Diese neue Art des prüden Regierens von Brüssel aus, kostet Brüssel wahrscheinlich noch die letzten wenigen Sympathiepunkte die es gerade bei den Jungen noch hat. P.S. Wenn morgen alle aufhören würden zu rauchen käme der Staat finaziell in arge Bedrängniss, und würde man das Geld der Raucher für die Krebsbehandlung verwenden, würde das faschistische Argument der hohen Kosten wegfallen. Danke
Ich gebe dem Oberdenker in seinen Ausführungen recht, wenn er Alkohol als ein allgemeines Kulturgut(zumindest in Österreich) beschreibt. Alkohol kann gefährlich sein, aber mein Schulweg als Kind war gefährlicher, auch Bergsteigen ist gefährlich und wenn ich verunglücke und muss geborgen werden verursache ich große Kosten, aber man kann deswegen kaum das Bergsteigen verbieten!
Diese neue Art des prüden Regierens von Brüssel aus, kostet Brüssel wahrscheinlich noch die letzten wenigen Sympathiepunkte die es gerade bei den Jungen noch hat. P.S. Wenn morgen alle aufhören würden zu rauchen käme der Staat finaziell in arge Bedrängniss, und würde man das Geld der Raucher für die Krebsbehandlung verwenden, würde das faschistische Argument der hohen Kosten wegfallen. Danke
Vielen Dank für Ihr Feedback!
Ich möchte noch darauf hinweisen, dass auch ich die Steuereinnahmenverwendung als "demokratisches Argument" verwendet habe (falls es Sie noch interessiert bzw. nicht ohnehin schon gelesen haben).
Es wäre interessant, eine Statistik zu sehen, in welcher die Steuereinnahmen durch die Tabaksteuer und die Gesundheitsausgaben für Raucherschädenbehandlung gegenübergestellt werden.
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..übrigens käme zum Thema Rauchen heute ein Themenabend auf arte.